Besteuerung von Leistungen aus Berufsunfähigkeitsversicherungen - Teil 18
Folge des Alterseinkünftegesetzes ist auch eine grundlegend geänderte Ertragsanteilsbesteuerung. Wer bisher mit Erreichen des vollendeten 65. Lebensjahres eine monatliche Rente aus seiner privaten Rentenversicherung bezog, war mit 27 Prozent Ertragsanteil dabei. Seit 2005 sind es nur noch 18 Prozent. Was allerdings gerne übersehen wird, ist, dass auch für zeitlich begrenzte Renten aus einer Berufsunfähigkeits- oder Erwerbungsfähigkeitsversicherung Steuern fällig sind. Dies gilt immer dann, wenn der steuerpflichtige Anteil die Höhe der zur Verfügung stehenden Freibeträge übersteigt.
Wer einen Vertrag mit Endalter 65 abgeschlossen hat, aber schon mit 40 Jahren berufsunfähig wird, muss auf Basis der Rentenrestlaufzeit von theoretisch 25 Jahren die Leistung mit dem Ertragsanteil von 26 besteuern. Bei einer vertraglichen Restlaufzeit von nur noch 5 Jahren, sind auch nur 5 der Berufsunfähigkeitsrente steuerpflichtig. Geregelt ist all dies in § 55 Absatz 2 EStDV (= Einkommensteuer-Durchführungsverordnung). Entsprechendes gilt auch für Renten aus kapitalbildenden oder fondsgebundenen privaten Rentenverträgen.
| Verbleibende Restlaufzeit der Rente | Höhe des Ertragsanteils |
| 1 Jahr | 0 Prozent |
| 5 Jahre | 5 Prozent |
| 10 Jahre | 12 Prozent |
| 15 Jahre | 16 Prozent |
| 20 Jahre | 21 Prozent |
| 25 Jahre | 26 Prozent |
| 30 Jahre | 30 Prozent |
| 35 Jahre | 35 Prozent |
| 40 Jahre | 39 Prozent |
| 45 Jahre | 42 Prozent |
Werden Berufsunfähigkeitsleistungen aus einer Rüruprente als Trägerversicherung bezogen, kommt es hingegen auf das Jahr des Rentenbeginns an. Entsprechend zur gesetzlichen Rente wird hier nach dem Kohortensystem versteuert:
| Jahr des Rentenbeginns | Steuerpflichtiger Rentenanteil |
| 2006 | 52 Prozent |
| 2010 | 60 Prozent |
| 2015 | 70 Prozent |
| 2020 | 80 Prozent |
| 2025 | 85 Prozent |
| 2030 | 90 Prozent |
| 2035 | 95 Prozent |
| ab 2040 | 100 Prozent |
Dieser Artikel ist Teil einer Beitragsserie zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung - Special.
Autor: Stephan Witte | 27.10.2006 | 0 Kommentare | Rubrik: Berufsunfähigkeitsversicherung, Risikovorsorge

