Altersvorsorge - Weniger Geld im Alter
Bei vielen Deutschen sei an den Erhalt des Lebensstandards im Alter nicht zu denken
Die Bundesbürger sorgen wenig effizient für das Alter vor. Im Real-Index der Fidelity International untersuchten Experten die Systeme der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge, erstmals liegt eine genaue Analyse der Vorsorgestruktur in Deutschland vor.
Die groß angelegte Befragung von Fidelity International stellte jetzt heraus, dass die berufstätigen Arbeitnehmer im Alter um einiges werden zurückstecken müssen. Obwohl mittlerweile fast jeder Arbeitnehmer zusätzliche Vorsorge betreibe (94 ), sei bei vielen an einen Erhalt des Lebensstandards im Alter nicht zu denken. Vorsorger, Produktanbieter und Staat müssten ihre Maßnahmen erheblich verstärken, um eine Unterversorgung auszuschließen. Der Studie nach werden viele Rentner nach ihrer Pensionierung nur rund 56 ihres letzten Einkommens zur Verfügung haben. Ausschließlich gesetzlich Abgesicherte müssen den Berechnungen nach mit weitaus weniger auskommen (43 % des letzten Einkommens). Dabei konnten die Experten keine Verbindungen zwischen einer unzureichenden Altersvorsorge und Merkmalen wie Bildungsstand, Höhe des Einkommens und Berufseintrittsalter feststellen. Um den Unterschied zwischen Berufstätigkeit und Rente deutlich herauszustellen, errechneten die Experten mithilfe eines speziellen Modells die Einkünfte vor und nach dem Renteneintritt.
Die Befragten selbst schätzen ihre Situation nach dem Renteneintritt weitaus besser ein. 81 sind der Meinung, für die Zukunft gut abgesichert zu sein, 59 gehen sogar davon aus, ihre Lebensstandard im Alter halten zu können. Des Weiteren rechnen viele damit, nach dem Renteneintritt rund 70 % des letzten Bruttoeinkommens zu erhalten.
Bei der Wahl der zusätzlichen Vorsorge scheinen viele Erwerbstätige in Deutschland eine eher konservative Linie zu fahren. Die Kapitallebensversicherung (52 ), das Sparbuch (47 ) und eine Bausparvertrag (43 ) liegen laut der Befragung weit vor risikoreicheren Anlagemöglichkeiten wie Investmentfonds (19 ). Nach Einschätzung von Branchenkennern sorgen viele zwar vor, die renditebezogene Effizienz der Investments bleibt dabei aber oftmals auf der Strecke. Die private Vorsorge hat sich innerhalb der Bevölkerung durchgesetzt, in den Kinderschuhen steckt aber bisher immer noch die betriebliche Vorsorge. Gerade einmal 18 % der Befragten sorgen betrieblich vor, Fidelity International mahnt diesbezüglich mehr Engagement der verschiedenen Arbeitgeber an.
Insgesamt wurden 2.010 Berufstätige im Alter zwischen 20 und 65 Jahren befragt. Für die Analyse der Vorsorgestruktur wurden sowohl gesetzliche und private Vorsorgequellen als auch Erbschaften und anderweitige Einnahmen berücksichtigt. Die Schwäche der Studie liegt nach Angaben von Fidelity International in der fehlenden Berücksichtigung der steuerlichen Veränderungen sowie der Konzentration auf eine vorsteuerliche Berechnung. Als grundsätzliche Entwicklungsmerkmale der kommenden Jahre setzte Fidelity die Steigerung der Einkommen mit einer Inflationsrate von 2,5 bis 3,0 % gleich. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 16.04.2007 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge, Private Rentenversicherung

