Neue Wege in der Altersvorsorge gefordert
Altersvorsorge-Produkte sind in der Regel zu wenig auf das typische Sparverhalten des Menschen abgestimmt
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des münsterschen Instituts für Wirtschaftswissenschaften. Durch psychologisch auf das menschliche Sparverhalten abgestimmte Vorsorge-Angebote könnte die Quote der Bundesbürger, die für das Alter vorsorgen (derzeit 57 %) deutlich erhöht werden. Dies belegen aktuelle ausländische Forschungsergebnisse.
Prof. Dr. Thomas Langer, Inhaber des Lehrstuhls für BWL am münsterschen Institut für Wirtschaftswissenschaften sowie Leiter des Deutschen Instituts für Altersvorsorge, weiß einen Grund dafür: "Der Mensch ist träge und hat Probleme mit seiner Selbstdisziplin." Dies müsse von Versicherern bei der Konzeption von Altersvorsorgeprodukten stärker als bislang berücksichtigt werden, um die Akzeptanz der Produkte zu erhöhen und Sparanreize zu schaffen.
In den USA etwa sei ein Modell zurzeit sehr erfolgreich, bei dem eine Altersvorsorgemaßnahme erst mit zeitlicher Verzögerung bespart werden muss, d.h. der Kunde schließt den Vertrag heute ab, muss aber z.B. erst ein Jahr später mit den Beitragszahlungen beginnen. Psychologischer Vorteil sei, dass der Abschluss der Altersvorsorgemaßnahme keine sofortige Konsumeinschränkung zur Folge habe, so Langer.
Ein weiteres Modell mit Erfolgscharakter ist laut Langer eine Koppelung der Sparrate in eine Altersvorsorge an Gehaltserhöhungen. Denn es sei "schwer für Menschen, etwas zu verlieren, aber leichter, etwas vom Gewinn abzugeben." Langer plädiert dafür, diese psychologisch orientierte Wirtschaftsforschung in Deutschland voranzutreiben und Beratung, Produkte und Sparanreize künftig stärker darauf auszurichten. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 24.07.2007 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

