Lebensversicherungen: Ende des Booms?

Der Aufstieg der Lebensversicherungen scheint langsam ein Ende zu finden. Wie das VersicherungsJournal berichtet (27.08.2007), lässt sich aus den aktuellen Daten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungwirtschaft e.V. (GDV) ein Abschwung der Branche erkennen.

So hat sich der durchschnittliche Jahresbeitrag der Neuverträge in den vergangenen Jahren etwa halbiert, zwischen 2002 und 2006 sank er von 1.015 EUR auf 683 EUR. Ein Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland ist immer noch zu verzeichnen. Während für das Bundesland NRW ein Rückgang des Durchschnittsbeitrags um circa 600 EUR (2002: 1.337 EUR; 2006: 735 EUR) errechnet wurde, musste auch in Sachsen - nach einer Steigerung 2004 - im vergangenen Jahr ein starker Rückgang auf 566 EUR hingenommen werden (2004: 731 EUR). Bei der Vertragsdauer einer Lebensversicherung sind die Unterschiede zwischen Ost und West nur marginal, für das gesamte Bundesgebiet liegt sie im Durchschnitt bei 30,3 Jahren. Jung-Versicherte (15-19 Jahre) mit einer Police auf den Erlebens- und Todesfall können heute sogar eine Laufzeit von bis zu 40 Jahren erreichen. Aufgrund des demografischen Wandels in der BRD musste auch das Ablaufalter einer Versicherung stark nach oben korrigiert werden. Lag es 2002 noch bei 61,1 Jahren, wird derzeit von einem Endalter von 89,5 Jahre ausgegangen. Wird eine Versicherung nach dem 60. Lebensjahr abgeschlossen, tritt der Erlebensfall frühestens mit 98,9 Jahren ein.

Bei den verschiedenen Versicherungssparten im Bereich Leben muss die klassische gemischte Kapital-Lebensversicherung immer größere Verluste hinnehmen. Ihr Anteil am Gesamtvolumen der Neuzugänge betrug 2006 nur noch 15,8 (2002: 24,3 ) - Tendenz fallend. Ähnliche Schwächen zeigte 2006 die fondsgegebundene Lebensversicherung, dessen Anteil am Neuzugang sich im vergangenen Jahr auf lediglich 3,4 belief. Die Spitzenposition aller Versicherungsmodelle belegt auch weiterhin die Rentensparte. Wie auch schon 2002 sind knapp 60 aller neu abgeschlossenen Verträge im Bereich Leben der Rentenversicherung zuzuordnen. Klassische Rentenversicherungen (40,3 ) dominieren allerdings deutlich vor den fondsgebundenen Policen (18,7 ).

Die allgemeine Schwäche der Kapital-Lebensversicherungen macht sich auch bei der versicherten Gesamtsumme bemerkbar. Wurden 2002 noch Verträge mit einer durchschnittlichen Versicherungssumme von knapp 30.000 EUR abgeschlossen, ist von diesem Betrag 2006 lediglich ein Drittel (10.544 EUR) übrig geblieben. Ein Rückgang bei den Versicherungssummen ist trotz des stabilen Neuzugangs auch bei den Rentenpolicen erkennbar. Von einem Einbruch wie bei den Kapital-Lebensversicherungen kann allerdings nicht gesprochen werden, aufgrund der Riester-Rente verringerte sich die Durchschnittssumme lediglich von 14.302 EUR (2002) auf 12.234 (2006) EUR. Äußerst positive Ergebnisse erzielten 2006 die Berufsunfähigkeits- und die Risikolebensversicherungen. Berufsunfähigkeitspolicen konnten ihren Anteil am Neuzugang zwischen 2002 und 2006 um knapp 25 auf 32,8 ausbauen, die Risikolebensversicherungen verdoppelten ihren Anteil sogar (16,9 auf 31,3 ).

Im Wesentlichen basieren die Daten auf einer Teilerhebung des Neuzugangs im Lebensversicherungsgeschäft 2006, veröffentlicht vom GDV. Die Untersuchung umfasst etwa 2,5 Millionen neu abgeschlossene Verträge, was knapp ein Drittel aller Neuverträge in 2006 ausmacht.[Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 28.08.2007 | 0 Kommentare | Rubrik: Kapitallebensversicherung, Private Altersvorsorge

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