PKV-Versicherte durch Gesundheitsreform verunsichert

Die Gesundheitsreform bringt Neuheiten mit sich, die bei vielen PKV-Versicherten Verunsicherung auslöst: Ab 2009 können Privatversicherte ihre Assekuranz wechseln und einen gewissen Teil ihrer Altersrückstellung zum neuen Anbieter mitnehmen. Die Politik will damit den Wettbewerb unter den verschiedenen Versicherungsunternehmen verstärken.

Wie die Ergebnisse der jährlich von der Continentale Krankenversicherung in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut tns infratest durchgeführten Studie "Continentale-Studie 2007" zeigen, stehen die Versicherten selbst der neuen gesetzlichen Option eher skeptisch gegenüber: 80 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ein Wechsel durchaus Risiken birgt. Die Befragten gaben zudem an, bei einem eventuellen Wechsel auf Qualität und Sicherheit zu setzen, für 75 Prozent kommt ein Wechsel nur in einen hochwertigen und erprobten Tarif infrage. Mehr als 90 Prozent würden nur auf einen Versicherer setzten, der auch noch in 20 Jahren auf dem Markt vertreten ist. Mehr als zwei Drittel vermuten zudem, von Vermittlern nur zu einem Wechsel überredet zu werden, damit dieser die Vermittlungsprovision einstreichen kann. Dabei spielen Versicherungsmakler und -vermittler in den Augen der befragten Versicherten besonders bei der persönlichen Beratung immer noch eine relativ wichtige Rolle (68 Prozent ), knapp ein Drittel hält die Beratung durch einen Vermittler dagegen für weniger relevant.

Eine schlechte und eventuell unvorteilhafte Beratung durch ihren persönlichen Berater wollen sich nur wenige auch tatsächlich gefallen lassen, mehr als zwei Drittel der Versicherten würde sogar rechtliche Schritte einleiten. Rund 63 Prozent erwarten, mit speziellen Lockvogelangeboten getäuscht zu werden. Als wichtigste Merkmale bei der Auswahl ihres Anbieters kristallisierten sich die Faktoren Leistungsumfang und Beitragsstabilität heraus, die jeweils von etwa der Hälfte aller Befragten genannt wurden. Ein geringerer Einstiegsbetrag wurde von fast keinem Versicherten als Entscheidungskriterium definiert.

Innerhalb der Bevölkerung scheint das tatsächliche Wissen über Details der Gesundheitsreform dünn gesät zu sein, mehr als 50 Prozent der Befragten geben an, weniger gut bis schlecht informiert zu sein. Die private Vorsorge scheint sich in der Bevölkerung weiter zu etablieren, Pflegeversicherung (64 Prozent ) und Altersvorsorge (62 Prozent ) liegen vor der Krankheits- und Berufsunfähigkeitsversicherung (56 bzw. 51 Prozent ). Das Image der Gesundheitsreform ist unter den Befragten dabei denkbar schlecht, rund 80 Prozent gehen nicht davon aus, dass sie wesentliche Verbesserungen mit sich bringt. Auch die dauerhafte Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems wird von 75 Prozent infrage gestellt, 83 Prozent der Befragten sprechen sich gar gegen eine Umsetzung der Gesundheitsreform aus.

Die Befragungsergebnisse hat die Continentale Krankenversicherung in Kooperation tns infratest bei einer Befragung von 1.200 in der GKV und PKV Versicherten erzielt. Rund 711 Privatversicherte wurden zudem zu ihrer Einstellung gegenüber einem Wechsel ihres Versicherungsanbieters befragt. Nach Einschätzung von Experten sprechen diese Befragungsergebnisse für ein Scheitern der Gesundheitsreform, da verbraucherorientierte Verbesserungen offenbar nicht erreicht werden konnten.[Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 24.09.2007 | 0 Kommentare | Rubrik: Krankenversicherung, Private Krankenversicherung

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