Betriebliche Versicherungen: Nicht nur Altersvorsorge ist attraktiv

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist in vielen deutschen Unternehmen bereits Standard. Unternehmensbezogene Krankenzusatz- und Berufsunfähigkeitsversicherungen finden dagegen bisher nur wenig Beachtung. Dabei bietet die Absicherung über das Unternehmen auch in diesen Versicherungsbereichen zahlreiche Vorteile - für Unternehmen und Mitarbeiter.

Wie das Versicherungsmagazin in seiner aktuellen Ausgabe (Heft 4/2008, S. 44 - 46) berichtet, werden betrieblich organisierte Kranken- oder auch Berufsunfähigkeitsversicherungen in den meisten deutschen Unternehmen bisher nur wenig beworben. Experten sehen aber gerade in diesen Bereichen großes Wachstumspotenzial. Die Versicherungsbranche scheint diesen neuen Absatzmarkt bislang allerdings kaum entdeckt zu haben. Erst einige wenige Versicherer haben nach Angaben des Versicherungsmagazins erste Rahmen-Verträge mit Unternehmen abgeschlossen - das allerdings mit großem Erfolg für beide Seiten.

Durch das Angebot an zusätzlichen Versicherungspaketen neben der bAV wollen viele Unternehmen die Mitarbeiterbindung stärken - und lassen sich dies einiges kosten. Der Fachkräftemangel trägt sein übriges zum Engagement der Unternehmen bei: Immer häufiger versuchen sie, auf diesem Weg qualifizierte Kräfte mit attraktiven Angeboten und Offerten anzulocken oder zu halten. Einer forsa-Umfrage nach sind 70 der deutschen Arbeitnehmer durchaus interessiert an arbeitgeberfinanzierten Zusatzversicherungen. Zwei Drittel sind sogar bereit, die anfallenden Kosten eigenständig zu finanzieren - nicht ganz ohne Hintergedanken. Viele scheuen unangenehme Gesundheitsfragen und den bürokratischen Aufwand bei Krankenzusatzversicherungen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen, die man im Zuge eines betrieblichen Rahmenvertrages mit Versicherern meist relativ leicht umgehen kann. Bei den sogenannten Gruppen-Verträgen, die Unternehmen mit Versicherern eingehen, werden in den meisten Fällen nur Alter, Geschlecht und der allgemeine Gesundheitszustand der Mitarbeiter erfasst. Die individuelle Risiko- und Gesundheitsprüfung bleibt dagegen oftmals aus. Durch die große Anzahl von Mitarbeitern innerhalb eines Gruppenvertrages werden zudem Verwaltungs- und Abschlusskosten reduziert. Im besten Fall sinken so die Kosten für Unternehmen und Versicherungsnehmer um 5 - 25 , je nach Anzahl und dem Alter der Mitarbeiter sowie dem Versicherungsbereich. Einige Versicherer bieten sogar extra auf Unternehmen und Arbeitnehmer zugeschnittene Produktpaletten an und versuchen damit den äußerst attraktiven Markt möglichst früh zu erobern. Mögliche Zusatzpolicen sind betriebliche Berufsunfähigkeits-, Zahnzusatz-, Pflege- oder auch Krankentagegeldprodukte.

Bei der Umsetzung von Gruppenverträgen im Rahmen von betrieblichen Zusatzversicherungen müssen Arbeitnehmer und -geber allerdings auch steuerliche Anforderungen berücksichtigen. Wird der Beitrag für die Zusatzpolice einfach zum Gehalt dazu gezählt, fällt für die Versicherungssumme Einkommensteuer an. Dennoch: Die Vorteile (Risikoprüfung und Ersparnis) überwiegen meist auch diesen steuerlichen Nachteil. Wer allerdings auch ihn umgehen will, kann eine Pauschalbesteuerung beantragen. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 15.04.2008 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

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