Renditen von kapitalbildenden Lebensversicherungen sinken
Die Renditen von Kapitallebensversicherungen sinken weiter. Dies ist das Ergebnis des neuen map-report Nr. 677-679 "Lebensversicherung: Beispielrechnungen im Leistungsvergleich 1997-2008", herausgegeben vom gleichnamigen Finanz-Informationsdienst. Dennoch können sich kapitalbildende Lebensversicherungen im Wettbewerb mit anderen Altersvorsorgemaßnahmen weiterhin behaupten.
Kapitallebensversicherungen, also eine Kombination aus Geldanlage und Todesfall-Schutz, sind in Deutschland sehr beliebt. Die Renditen werden jedoch immer geringer. map-report hat in seiner aktuellen Studie die Entwicklung der Ablaufleistungen von Kapitallebensversicherungsverträgen mit 12-, 20- und 30-jähriger Laufzeit ermittelt. Aus diesen Ablaufleistungen wurden dann die Renditen berechnet. Ergebnis: Eine Kapitallebensversicherung mit einer Laufzeit von 30 Jahren, die im Jahr 2008 ausgezahlt wird, erzielt eine Ablaufrendite von nur noch 5,45 Prozent - gegenüber noch 5,52 Prozent im vergangenen Jahr. Vor knapp 10 Jahren lag die Rendite bei Verträgen mit 30-jähriger Laufzeit noch bei 6,17 Prozent. Wer heute eine solche kapitalbildende Lebensversicherungspolice abschließt, darf im Jahr 2038 sogar nur noch mit einer Ablaufverzinsung von 3,92 Prozent rechnen.
Ähnlich sieht es bei Verträgen mit kürzerer Laufzeit aus. Ein Vertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren erzielt bei einer Auszahlung im Jahr 2008 5,04 Prozent - wird er heute abgeschlossen, ist mit einer Rendite von 3,74 Prozent zu rechnen. Bei einem 12-Jahresvertrag liegen die Werte bei 3,84 Prozent (Auszahlung in 2008) bzw. 3,2 Prozent (Neuabschluss in 2008).
Die Gründe für diesen Renditerückgang liegen auf der Hand: Zinsverfall auf den Finanzmärkten, Banken-/Immobilienkrise, Absturz der Aktienkurse nach der Jahrtausendwende etc. Die Versicherer versuchen sowohl mit einer erfolgreichen Anlagepolitik als auch mit einer Reduzierung ihrer Verwaltungskosten gegenzusteuern - und das durchaus mit Erfolg: Die Verwaltungskosten wurden in den vergangenen 27 Jahren von knapp 7 Prozent der gebuchten Bruttobeitragseinnahmen auf unter 3 Prozent mehr als halbiert.
Trotz des Rückgangs der Renditen sind Kapitallebensversicherungen als Altersvorsorgemaßnahme nach wie vor wettbewerbfähig, liegen ihre Renditen doch noch immer über denen von etwa öffentlichen Anleihen oder Fondssparplänen. Denn die o.g. Verzinsungen berücksichtigen immer auch noch einen Beitragsanteil für die Todesfallleistung. Rechnet man diesen heraus, so beträgt die Ablaufrendite eines Vertrages mit 30-jähriger Laufzeit im Jahr 2008 ganze 6,3 Prozent. Bei 20 Jahren Laufzeit liegt sie aktuell bei 5,6 Prozent, bei 12 Jahre laufenden Verträgen immerhin noch bei 4,4 Prozent. Fondsparpläne erzielten in den letzten 30 Jahren durchschnittlich 6,2 Prozent und in 20 Jahren 4,9 Prozent Rendite. In einem Zeitraum von 10 Jahren lag die Rendite von Fondsparplänen sogar nur bei 1,9 Prozent. Grundlage für die letztgenannten Zahlen sind Mittelwerte aller wesentlichen Fondskategorien. Lediglich Aktienfonds als renditestärkste Fondstrategie erzielten in der Vergangenheit über lange Laufzeiten von 20 bzw. 30 Jahren höhere Renditen als (um die Beitragsanteile für die Todesfallleistung bereinigte) Kapitallebensversicherungen.
Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Ablaufrenditen für kapitalbildende Lebensversicherungen in den vergangenen Jahren stetig gesunken sind. Insofern bleibt zu hoffen, dass sich das Zinsniveau an den weltweiten Finanzmärkten wieder erholt. Denn das würde sich seinerseits positiv auf die Ergebnisse der Anlagepolitik der Versicherungsunternehmen auswirken, was wiederum höhere Renditen für die Versicherungsnehmer zurfolge hätte. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 08.05.2008 | 0 Kommentare | Rubrik: Kapitallebensversicherung, Private Altersvorsorge

