Wenig Interesse an betrieblicher Altersversorgung

Eine neue Studie zeigt auf, dass die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung immer noch zu wünschen übrig lässt. Dies wird sich in den nächsten Jahren auch kaum ändern. Ein Grund dafür ist Geldknappheit, ein anderer die Überschätzung der Höhe der künftigen Altersrente.

Trotz der staatlichen Unterstützung und der verbesserten Rahmenbedingungen ist die betriebliche Altersversorgung (bAV) in Deutschland immer noch vergleichsweise wenig verbreitet. Nach einer aktuellen Studie der Delta Lloyd Deutschland und des FAZ-Instituts hat bisher nur knapp die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine Anwartschaft auf eine betriebliche Rente erworben, insbesondere bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen gibt es hier noch viel Nachholbedarf. Der Studie zufolge liegt dies ganz wesentlich daran, dass sich nur ein Viertel der Arbeitgeber dafür engagiert und lediglich jedes zweite Unternehmen seine Mitarbeiter regelmäßig in Veranstaltungen darüber informiert.

Allerdings heißt dies nicht, dass die Bundesbürger sich gar nicht finanziell auf den Ruhestand vorbereiten: Rund 80 sorgen neben der gesetzlichen Rente zusätzlich fürs Alter vor. Mit 29 liegt dabei die Riester Rente unter den Vorsorgeprodukten an der Spitze. Damit scheint das Potenzial im Augenblick allerdings weitgehend ausgeschöpft zu sein - nur 7 % der Angestellten planen konkret, bis 2011 ein neues Altersvorsorgeprodukt abzuschließen und denken dabei insbesondere an eine private Rentenversicherung oder eine Riester-Rente. Stärker verbreitet ist diese Absicht bei den unter 30-Jährigen - hier will jeder Fünfte in den nächsten Jahren einen Vertrag über eine kapitalgedeckte Altersvorsorge abschließen. Dabei liegt der Schwerpunkt vor allem auf der Sicherheit, die den Befragten wichtiger ist eine möglichst hohe Rendite.

Ein Sechstel der Befragten hat sich hingegen noch nie mit dem Thema private Altersvorsorge beschäftigt. Als wesentlichster Grund für das mangelnde Interesse wird angeführt, dass die Arbeitnehmer zu wenig verfügbares Einkommen haben, das sie für eine Altersvorsorge erübrigen können. Die Meisten sind zwar grundsätzlich über die verschiedenen Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge informiert, schätzen aber gleichzeitig ihre finanzielle Lage im Alter besser ein, als es der Realität entsprechen dürfte. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 18.06.2008 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

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