Private Altersvorsorge: Frauen denken häufiger an die Zukunft
Wenn es um die private Altersvorsorge geht, hat sich die Einstellung deutscher Frauen in den vergangenen fünf Jahren deutlich verändert. Immer mehr Frauen erkennen die Notwendigkeit einer zusätzlichen privaten Altersabsicherung. Dies hat das Forschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag von Delta Lloyd in einer Umfrage unter 1.000 Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren herausgefunden.
Wie das Magazin "Versicherungswirtschaft" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet (Heft 17/2008, S. 1418), sind sich 55,7 der deutschen Frauen darüber im Klaren, dass die private Altersvorsorge eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Absicherung ist und wissen um ihre Bedeutung. Im Vergleich zu den Umfrageergebnissen aus dem Jahre 2003 ist dies ein Zuwachs von mehr als 10 , der nicht zuletzt wohl auf die öffentlichen Diskussionen um die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenkassen zurückzuführen ist. Denn 2003 hatte die private Altersvorsorge für lediglich 44,7 der befragten Frauen höchste Priorität. In Ostdeutschland ist den Umfrageergebnissen zufolge ein noch stärkerer Sinneswandel erkennbar: Denn mittlerweile genießt für rund 70,6 die private Vorsorge für das Alter absolute Priorität, während dies vor fünf Jahren nur bei rund 40 % der Fall war.
Bei der Bewertung ihrer tatsächlichen und realen Absicherung ist mehr als die Hälfte der befragten Frauen (56,6 ) - ähnlich wie vor fünf Jahren - der Meinung, dass sie über eine "sehr gute" bis "mehr oder weniger gute" Absicherung verfügt. Aber: Immerhin 41,3 der Frauen befürchten noch immer, dass sie sich im Alter bei einem niedrigeren Lebensstandard deutlich einschränken müssen oder gar in Armut verfallen. Auch dieser Trend ist in Ostdeutschland wesentlich stärker ausgeprägt: Denn während in den westlichen Bundesländern nur 39,4 der Frauen solche Befürchtungen haben, sind es in ostdeutschen Ländern knapp 50 . In der Altersgruppe der 26- bis 29-Jährigen ist die Befürchtung, dass der Lebensstandard im Alter sinkt, besonders stark ausgeprägt, in den vergangenen fünf Jahren ist die Gruppe der Skeptikerinnen hier um 15 angewachsen. Und das nicht ohne Grund, denn diese Altersgruppe liegt bei der Ausstattung mit privater Vorsorge weit zurück. 2003 verzichteten nur 5,9 der 26- bis 29-Jährigen auf eine private Vorsorge, mittlerweile sind es 21,3 %.
Der Anteil der Frauen, die komplett auf eine private Absicherung verzichten, ist in der vergangenen fünf Jahren um 4,1 auf 14,1 gefallen. Der Wille unter deutschen Frauen scheint vorhanden zu sein, was sich auch bei der tatsächlichen Investitionsbereitschaft immer stärker bemerkbar macht. Mittlerweile geben rund 30 der deutschen Frauen 1 - 5 ihres monatlichen Einkommens für die private Altersvorsorge aus (2003: 6 ), ebenfalls 30 wenden gar 6 - 10 auf. Trotz dieser Anstrengungen in der privaten Vorsorge ist das Vertrauen in der gesetzliche Absicherung längst nicht verloren gegangen: Denn immerhin rund ein Viertel vertraut und verlässt sich auch weiterhin auf die gesetzliche Rente, während 56,6 der privaten Altersvorsorge mehr Vertrauen schenken. Ostdeutsche Frauen (31,9 ) setzen deutlich stärker auf die gesetzliche Absicherung als Frauen in Westdeutschland (21,9 ). Auch in der Altersgruppe der 26- bis 29-Jährigen schreiben mehr Frauen der gesetzlichen Renten eine verlässliche Rolle zu (+4 auf 25,1 ).
Dabei zeigen sich auch zwischen den Einkommensschichten deutliche Unterschiede: Denn je höher das Gesamteinkommen des jeweiligen Haushaltes ist, desto weniger verlassen sich die Frauen allein auf die gesetzliche Absicherung. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Frauen mit einem geringen Einkommen auch weniger Vorsorge betreiben. Dieser Unterschied bei der Einstellung zeigt sich auch bei der Investitionsbereitschaft: 40 der Frauen in Haushalten mit mehr als 3.000 EUR Einkommen verwenden monatlich 6 - 10 ihres Verdienstes für die zusätzliche private Vorsorge. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 08.09.2008 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

