Private Altersvorsorge leicht rückläufig - Wohneigentum im Fokus
Obwohl die weltweiten Finanzmärkte ins Wanken geraten sind, setzen deutsche Bürger auch weiterhin auf die private Altersvorsorge - auch wenn sich die Vorsorgeaktivitäten derzeit leicht abzuschwächen scheinen. Vor allem aber das private Wohneigentum gewinnt in der Gunst der Vorsorgesparer spürbar an Bedeutung. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank durchgeführt hat.
Für die Studie mit dem Titel "Altersvorsorge in Deutschland 2008/2009" befragte des Allensbach Institut im Juni 2008 bundesweit 1.786 Bürger ab 16 Jahren. Knapp die Hälfte (45 Prozent) der im Rahmen der Untersuchung Befragten ist der Meinung, dass private Modelle wie Vorsorge-Policen und Sparverträge weitaus sicherer sind als die gesetzliche Rentenversicherung. Rund ein Drittel ist gegensätzlicher Meinung: Gerade die Mehrheit der Nicht-Berufstätigen setzt auch weiterhin auf die gesetzliche Rente.
Die tatsächlich für die private Altersvorsorge angelegte Durchschnittssumme der Deutschen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen: Während die Vorjahresstudie noch einen monatlichen Anlagebetrag von 202 EUR festgestellt hatte, sind es aktuell nur noch 188 EUR, die deutsche Bürger monatlich für die private Altersvorsorge zurücklegen. Eine niedrigere Summe hatte es zuletzt vor vier Jahren gegeben. Und: Immer weniger Berufstätige wollen auch zukünftig private Vorsorge betreiben. Mehr als die Hälfte der Vorsorger plant zudem derzeit nicht, bereits bestehende Vorsorge-Maßnahmen auszubauen.
Während die Vorsorgeaktivitäten vieler Bürger im Rahmen der privaten Vorsorge derzeit also stagnieren, nimmt das Interesse an privatem Wohneigentum unter den Deutschen zu: Zwei Drittel der Befragten bezeichnen Wohneigentum als die ideale Form der Altersvorsorge (Vorjahr: 60 Prozent). Unter Berufstätigen (68 ) und Berufstätigen mit Kindern (72 Prozent) spielt das Thema Wohneigentum sogar eine noch größere Rolle. In der Praxis macht sich diese Einstellung derzeit allerdings noch nicht spürbar bemerkbar: Lediglich 10 Prozent der Berufstätigen planen den tatsächlichen Erwerb oder Bau eines Eigenheims im Rahmen der Altersvorsorge. Dies könnte sich in Zukunft allerdings deutlich ändern, verzeichnen gerade Bausparverträge ein aktuelles Umfrageplus von rund 40 . 85 % der Bundesbürger ist die staatliche Förderung von Wohneigentum im Rahmen von Wohn-Riester bekannt, die Bezeichnung "Wohn-Riester" selbst kennen allerdings nur zwei Drittel. Trotz der aktuellen Werbeaktionen ist rund 33 Prozent der Befragten übrigens auch die Abgeltungsteuer kein Begriff.
Insgesamt sind 41 Prozent der Bundesbürger der Meinung, grundsätzlich über eine ausreichende Vorsorge für das Alter zu verfügen. Rund 40 Prozent finden dagegen, keineswegs ausreichend für das Rentenalter abgesichert zu sein. Die Inflation spielt für die Hälfte der Befragten bei der Altersvorsorge ebenso wenig eine Rolle wie die ständig steigende Lebenserwartung. Ingesamt rechnen die Befragten damit, dass sie rund 83 Jahre alt werden. Trotz dieser Einschätzung wird die Notwendigkeit einer langfristig angelegten Altersvorsorge weitestgehend unterschätzt. Eine Abschaffung der staatlichen Förderung für die private Altersvorsorge zugunsten der Stabilität der gesetzlichen Rentenkassen halten nur 26 Prozent der Befragten für gut, knapp die Hälfte bewertet eine solche Maßnahme als negativ. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 09.10.2008 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

