Deutliche Rentenerhöhung zum 1. Juli

Rund jeder vierte Bundesbürger wird ab 1. Juli spürbar mehr Geld in seinem Portemonaie haben. Der Grund: Die höchste Rentenerhöhung seit über 10 Jahren steht an. Zur Jahresmitte werden die Renten in Westdeutschland trotz weltweiter Wirtschaftskrise um 2,41 Prozent, im Osten gar um 3,38 Prozent steigen. Das gab Bundesarbeitsminister Olaf Scholz am 16. März bekannt. Doch nicht nur die 20 Mio. Rentner profitieren von steigenden Bezügen - auch die rd. 7,6 Mio. Bundesbürger, die Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung im Alter beziehungsweise Sozialhilfe beziehen, erhalten zum 1. Juli mehr Geld. Denn die entsprechenden Regelsätze sind an Rentenanpassungen gekoppelt. So erhöht sich etwa der Hartz IV-Eckregelsatz von 351 EUR um 8 EUR auf monatlich 359 EUR.

Olaf Scholz bezeichnete die Rentenerhöhung als wichtigen Schub für die Binnennachfrage - die Erhöhung der Rentenbezüge mitten in der Wirtschafts-/Finanzkrise zeige, dass auf den Sozialstaat Verlass sei. Andere Politiker schlossen sich an und begrüßten die Anhebung der Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV). Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer erklärte, die Erhöhung sei nach den vielen Nullrunden in den vergangenen Jahren überfällig gewesen für die ältere Generation.

Doch es gibt auch kritische Stimmen, insbesondere aus der Wirtschaft. Martin Wansleben, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) verwies auf den Grund für die deutliche Rentenerhöhung, nämlich die Aussetzung des sogenannten Riester-Faktors für die Jahre 2008 und 2009, die der Deutsche Bundestag im vergangenen Jahr beschlossen hatte. Nur dadurch wäre eine Rentenerhöhung in diesem Ausmaß möglich gewesen. Ansonsten wäre sie mit rund 1,8 Prozent im Westen beziehungsweise 2,7 Prozent im Osten deutlich geringer ausgefallen, so Wansleben. Die Aussetzung des Riester-Faktors, mit dem bei der jährlichen Rentenanpassung Veränderungen beim Beitragssatz der GRV sowie der max. förderfähigen Sparleistungen bei Riester-Verträgen berücksichtigt werden, sei jedoch grundsätzlich falsch gewesen.

Auch Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) kritisierte die Aussetzung des Riester-Faktors. Die Erhöhung sei zwar für die Rentner erfreulich, der ausgesetzte Riesterfaktor müsse aber in den kommenden Jahren nachgeholt werden - ansonsten sei die GRV langfristig nicht zu finanzieren. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 17.03.2009 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

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