Auswirkungen der Gesundheitsreform treffen PKV auch in 2008 schwer
Die Auswirkungen der Gesundheitsreform haben die private Krankenversicherung (PKV) auch im Jahr 2008 massiv getroffen. Die Zahl der Netto-Neuzugänge in der Vollversicherung ist nach 2007 auch im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.
Das geht aus dem vorläufigen Geschäftsbericht des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) für das Jahr 2008 hervor, den dieser am 25. März in Berlin vorgestellt hat. Im vergangenen Jahr hat die PKV-Branche insgesamt 48.900 Neuverträge für private Krankenvollversicherungen verzeichnet, das sind 18 Prozent weniger als in 2007 (59.990 Neuabschlüsse). Im Jahr 2006, also vor dem Inkrafttreten der Gesundheitsreform, waren es noch 116.100 Neuzugänge in der Vollversicherung gewesen.
Im Vorgriff auf die mit der Gesundheitsreform zum 1. Januar 2009 eingeführte Versicherungspflicht haben sich außerdem im vergangenen Jahr zusätzlich 18.500 zuvor nicht-versicherte Personen privat krankenversichert.
Ende 2008 waren damit insgesamt 8,62 Mio. Menschen in der PKV vollversichert - das entspricht einem Zuwachs von 0,8 Prozent (absolut + 69.800 Personen). Der Bestand an Zusatzversicherungen stieg bis zum Jahresende 2008 um 942.100 auf insgesamt 20,95 Mio. Verträge (+ 4,7 Prozent gegenüber 2007). Den deutlichsten Zuwachs verzeichnete die Pflegezusatzversicherung mit einem Plus von 12,1 Prozent (142.200 Neuabschlüsse) - dennoch lag der Gesamtbestand Ende 2008 bei mageren 1,32 Mio. Verträgen. Im Bereich der Pflegezusatzversicherungen besteht in der Bevölkerung angesichts stetig sinkender Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung daher noch deutlicher Nachholbedarf.
Parallel zum Zuwachs der Versichertenzahl sind auch die Beitragseinnahmen im Jahr 2008 gestiegen - auf 28,33 Mrd. EUR (+ 2,7 Prozent ) in der Krankenversicherung und 1,97 Mrd. EUR (+ 4,8 Prozent ) in der Pflegeversicherung. Der Großteil der Beitrageinnahmen im Krankenversicherungsbereich wird dabei weiterhin durch Vollversicherungstarife erzielt (72 Prozent ). An Versicherungsleistungen haben die PKV-Unternehmen im vergangenen Jahr insgesamt 20,14 Mrd. EUR ausgegeben. Auf den Bereich Krankenversicherung entfielen hiervon 19,53 Mrd. EUR (+ 6,6 Prozent ), die ausgezahlten Versicherungsleistungen in der Pflegeversicherung beliefen sich auf 0,61 Mrd. EUR (+ 5,2 Prozent ).
Auch die Alterungsrückstellungen sind im vergangenen Jahr gestiegen: Sie betrugen Ende 2008 rund 111,5 Mrd. EUR für die Krankenversicherung (+ 4,7 Prozent ) und rund 18,5 Mrd. EUR im Bereich der Pflegeversicherung (+ 7,9 Prozent ).
Der PKV-Verband hat 46 ordentliche und ein außerordentliches Mitglied sowie zwei verbundene Einrichtungen. Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes decken nahezu den kompletten privaten Krankenvoll- und Zusatzversicherungsmarkt in Deutschland ab. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 26.03.2009 | 0 Kommentare | Rubrik: Krankenversicherung, Private Krankenversicherung

