Fondsgebundene Versicherungsprodukte vorerst krisenresistent
Von den Auswirkungen der Finanzkrise sind auch fondsgebundene Versicherungsprodukte nicht vollständig verschont geblieben. Dennoch stehen sie im Vergleich zu anderen Produkten noch recht gut da. Das ist ein wesentliches Ergebnis der Marktanalyse "FLV-Update 2008" der Unternehmensberatung Towers Perrin.
Für die Studie nahm Towers Perrin bereits zum 15. Mal die aktuelle Entwicklung von fondsgebundenen Renten- und Lebensversicherungen genauer unter die Lupe. 1,8 Mrd. EUR wurden 2008 im Neugeschäft mit fondsgebundenen Versicherungsprodukten umgesetzt - im Vorjahresvergleich und mit Blick auf die starken Einbußen im gesamten Lebengeschäft ein nur leichter Rückgang. Das Gesamtgeschäft Leben ging in 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent zurück, das Neugeschäft mit fondsgebundenen Policen dagegen nur um 3,1 Prozent. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen dem Einmalbeitrags- und dem laufenden Beitragsmodell: Gerade das Volumen der Einmalbeitrags-Policen verlor deutlich und lag 2008 bei nur noch 1,5 Mrd. EUR (2007: 2,1 Mrd. EUR). Die Produkte mit laufenden Beiträgen entwickelten sich stabil und lagen bei 1,7 Mrd. EUR.
Der Anteil der fondsgebundenen Produkte am gesamten Neugeschäft Leben hat im vergangenen Jahr immerhin 31,8 Prozent (+0,4 Prozent) ausgemacht. Doch gerade das 4. Quartal 2008 zeigt, dass auch das Geschäft mit den fondsgebundenen Lösungen deutlich zurückgehen könnte. Vergleicht man die Ergebnisse des vierten Quartals 2008 mit denen des Vorquartals, ergibt sich bereits ein Einbruch von 29,5 Prozent. Für Towers Perrin ein klares Indiz dafür, dass die Finanzkrise erst im Laufe des Jahres 2009 auch fondsgebundene Versicherungsprodukte erfassen wird. Diese werden den Experten zufolge aber auch zukünftig speziell bei langfristigen Anlagen eine dominante Stellung beibehalten können.
Differenziert man zwischen unterschiedlichen fondsgebundenen Produkten, ergeben sich ebenfalls deutliche Unterschiede: Während die staatlich unterstützten Basisrenten 13,9 Prozent verloren und Rentenversicherungen nur 1,1 Prozent einbüßten, legte das Geschäft mit Riester-Renten um rund 11,1 Prozent zu. Gerade fondsgebundene Versicherungs- und Rentenprodukte mit Garantien und laufenden Beiträgen stießen 2008 auf große Zustimmung: Ihr Anteil am gesamten Geschäft stieg deutlich von 21,3 Prozent (im Jahr 2007) auf 39,9 Prozent an. Fondsgebundene Basisprodukte erhöhten ihren Anteil von 24,8 Prozent (im Jahr 2007) auf nun 34 Prozent. Der Erfolg der Produkte mit Garantien könnte nach Einschätzung von Towers Perrin mittelfristig dafür sorgen, dass neue Produkte für neue Dynamik auf dem Leben-Markt sorgen - und so trotz Finanzkrise zumindest ein wenig Stabilität versprechen. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 18.05.2009 | 0 Kommentare | Rubrik: Fondsgebundene Lebensversicherung, Fondsgebundene Rentenversicherung, Private Altersvorsorge

