Altersvorsorge: Bundesbürger schauen etwas zuversichtlicher in die Zukunft
Das Vertrauen der Bundesbürger in die Altersvorsorge steigt wieder - jedenfalls was die private Vorsorge und die betriebliche Altersversorgung anbetrifft. Das zeigt die aktuelle Ausgabe der monatlich vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) durchgeführten Untersuchung "DIA-Deutschland-Trend-Vorsorge". Im Juni hat das Vertrauen der Deutschen in die Altersvorsorgesysteme mit 105 Punkten den höchsten Wert seit sechs Monaten erreicht.
Das DIA berichtet seit Januar 2008 monatlich über Stimmungen und Aktivitäten in der Bevölkerung bzgl. des Themas Altersvorsorge. Dazu werden die Ergebnisse einer eigenen Befragung (im Juni: 1.078 Erwerbstätige zwischen 18 und 65 Jahren) mit denen anderer aktueller und frei zugänglicher Untersuchungen kombiniert und zur sogenannten "DIA-Deutschland-Trend-Vorsorge" zusammengefasst.
Das Ergebnis für den Monat Juni offenbart zunächst ein gespaltenes Bild im Hinblick auf die allgemeine Wirtschaftslage: 37 Prozent der Bundesbürger rechnen mit einer Verbesserung, etwa die gleiche Anzahl (38 Prozent) befürchtet dagegen eine weitere Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftlage. Von denjenigen, die einer Verbesserung der Wirtschaft allgemein erwarten, rechnen 15 Prozent mit einem spürbaren Aufschwung bis zum Jahresende und 24 Prozent innerhalb der nächsten 12 Monate.
Persönlich betroffen von der Wirtschaft- und Finanzkrise sind aktuell 46 Prozent der erwerbstätigen Deutschen: Jeweils 17 Prozent mussten Verluste bei ihren Geldanlagen und/oder bei ihrem Einkommen hinnehmen, jeder siebte Erwerbstätige ist entweder von Arbeitslosigkeit bedroht oder bereits arbeitslos. Auf der anderen Seite zeigt die Untersuchung aber auch, dass 54 Prozent der Deutschen bislang persönlich nicht von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen sind.
Beim Thema Altersvorsorge zeigt sich folgendes Bild: 25 Prozent gaben an, der Wert ihrer bestehenden Altersvorsorge sei durch die Krise gesunken. Im März lag dieser Wert noch bei 28 Prozent. 27 Prozent fühlen sich infolge der aktuellen wirtschaftlichen Situation derart verunsichert, dass sie den Abschluss von Altersvorsorgeprodukten derzeit hinausschieben (März: 24 Prozent) - die konkrete Abschlussbereitschaft bei der zusätzlichen Altersvorsorge hat also leicht nachgelassen. Andererseits sieht jeder Zweite keine Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf seine persönliche Altersvorsorge.
Die "DIA-Deutschland-Trend-Vorsorge" unterscheidet auch bei den Arten der Altersvorsorge zwischen privater Vorsorge, betrieblicher Altersversorgung (bAV) und gesetzlicher Rentenversicherung (GRV). Bei der privaten Altersvorsorge sowie bei der bAV sind die Bedenken der Bundesbürger in deren Sicherheit leicht rückläufig. Auf einer Skala von 0 - 10, wobei 0 für "sehr unsicher" und 10 für "sehr sicher" steht, wurde die private Altersvorsorge im Juni mit durchschnittlich 5,4 eingestuft (März: 4,9). Die bAV erreichte einen Wert von 5,0 gegenüber 4,7 im März. Das Vertrauen in die GRV hat zwar auch etwas zugenommen - von einem Wert von 3,7 im März auf 3,9 im Juni, liegt aber nach wie vor deutlich unter dem der privaten Vorsorge und der bAV.
Die Diskrepanz zwischen der GRV einerseits und der privaten Vorsorge bzw. der bAV andererseits wird auch an einem anderen Ergebnis der Untersuchung deutlich: Während der Anteil der Menschen, die sich Sorgen um die private Vorsorge bzw. die bAV machen, leicht zurückgegangen ist (private Vorsorge: von 30 Prozent im März auf 29 Prozent im Juni; bAV: von 16 Prozent auf 13 Prozent), ist die Sorge um die Sicherheit der gesetzlichen Rente weiter angestiegen - gegenüber 50 Prozent im März machten sich im Juni bereits 54 Prozent der erwerbstätigen Bundesdeutschen mehr Sorgen um ihre Ansprüche aus der GRV. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 22.07.2009 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

