Riester-Förderung verhalf der Branche 2008 zu einem Plus
Vor allem die vierte und letzte Förderstufe bei der Riester-Rente bescherte der Lebensversicherungs-Branche 2008 Zuwächse in der Versicherungssumme sowohl im Neugeschäft als auch im Bestand. Der Anteil an Riester- und Rürup-Verträgen an der Gesamtzahl aller Verträge nahm zu. Dagegen verloren die Kapitallebensversicherungen weiter an Bedeutung.
In einem Beitrag in der Zeitschrift "Versicherungsmagazin" (Heft 8/2009, S. 42 - 45) gibt Rolf Schlüter auf Grundlage der aktuellen statistischen Rundschreiben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft einen Überblick darüber, wie die deutsche Versicherungswirtschaft bisher mit der Finanzmarktkrise fertig geworden ist.
Das Neugeschäft 2008 in der Lebensversicherung ist erwartungsgemäß im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, gemessen an der Stückzahl wurden 12,2 Prozent weniger Verträge abgeschlossen. Die Versicherungssumme stieg dagegen insgesamt um 2,56 Prozent, der laufende Beitrag um 7,18 Prozent. Hier wirkte sich vor allem der Übergang auf die vierte Riester-Förderstufe aus. Während Einzel-Kapitalversicherungen bei Versicherungen gegen laufenden Beitrag um 2 Prozent zurückgingen und nun noch 11 Prozent innerhalb der Neugeschäftsstruktur ausmachen, stieg der Anteil von Rentenversicherungen um 3 Prozent auf 32 Prozent und von fondsgebundenen Versicherungen um 2 Prozent auf 35 Prozent. Im Bestand verringerte sich die Zahl der Verträge um 1,16 Prozent auf knapp 93 Millionen. Die Versicherungssumme erhöhte sich dagegen um 2 Prozent auf 2,5 Mrd. EUR.
Prozentual zugelegt hat vor allem der Bestand an Riester-Verträgen mit einem Plus von 13,54 Prozent auf einen Anteil von knapp 10 Prozent. Trotz guter Steigerungsraten macht die Rüruprente dagegen nur 1 Prozent an der Gesamtzahl aller Lebens- und Rentenversicherungsverträge aus. Die gebuchten Brutto-Beiträge erhöhten sich um 1,1 Prozent auf 76.3 Mrd. EUR. Mit einem Plus von 4,2 Prozent stiegen insbesondere die Einmalbeiträge, die 2008 16 Prozent zu den gebuchten Beiträgen beisteuerten. Bei den Riester-Verträgen erhöhten sich die Beiträge um 43 Prozent auf 4,34 Mrd. EUR. 20 Prozent davon entfallen allerdings auf die gesetzlichen Zulagen.
Die durchschnittliche Stornoquote stieg von 4,95 Prozent im Jahr 2007 auf 5,49 Prozent, die Verwaltungsaufwendungen sanken im Schnitt von 2,95 Prozent auf 2,83 Prozent. Der Kapitalanlagenbestand der Lebensversicherungsbranche blieb mit 685,57 Mrd. EUR fast konstant, die Nettoverzinsung sank von 4,65 Prozent auf 3,55 Prozent, das Nettoergebnis verringerte sich um 22,5 Prozent auf 24,35 Mrd. EUR. Unverändert entfällt knapp die Hälfte der Anlagen auf festverzinsliche Kapitalanlagen. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 27.08.2009 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge, Riester Rente

