Finanzkrise: Auswirkungen auf die Altersvorsorge der Deutschen

Langfristig gesehen könnte die Finanzkrise auch die Altersvorsorge vieler Bundesbürger gefährden. Der aktuellen Studie "DIA-Deutschlandtrend-Vorsorge" des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zufolge rechnen viele Bundesbürger bei ihren Altersvorsorgeanlagen bereits jetzt mit drastischen Einbußen. Doch die Studie gibt Entwarnung und verortet die bisherigen Verluste im einstelligen Prozentbereich.

Die aktuellen DIA-Berechnungen basieren auf einer Untersuchung von zehn deutschen Haushalten mit einer durchschnittlichen Altersvorsorgetätigkeit, die im Bezug auf ihren Charakter etwa 80 % der deutschen Haushalte repräsentieren sollen. Neben der gesetzlichen Rente wurden die acht beliebtesten Anlage- und Vorsorgeformen (Aktien, Aktienfonds, Immobilien usw.) berücksichtigt.

Die Deutschen fürchten um ihre Altersvorsorge, soviel ist sicher: Ein Fünftel der befragten Bundesbürger rechnet damit, durch die Finanzkrise bei der Altersvorsorge Einbußen von mehr als 50 hinnehmen zu müssen. Im Durchschnitt befürchten die Deutschen einen Verlust von etwa 20 . Nach Berechnungen der DIA sieht die Situation in der Realität allerdings längst nicht so schlecht aus. Das Institut geht davon aus, dass die Mehrheit der deutschen Haushalte nach aktuellem Stand lediglich Einbußen von weniger als 3 % verkraften muss.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die Kapitalwertveränderungen der gesamten Altersvorsorge in Deutschland seit 2007 im Bereich zwischen +2,9 und -12,4 % bewegen, somit drastische Auswirkungen bisher ausgeblieben sind. Das Geldvermögen der Deutschen ging allerdings um etwa 140 Mrd. EUR zurück, wobei ein Großteil dieses Rückgangs auf Bewertungsveränderungen und einen Anstieg des Sparvermögens zurückzuführen ist. Der tatsächliche, durch die Finanzkrise verursachte Geldverlust beträgt nach Angaben der Studie 260 Mrd. EUR, wobei wiederum allein das Sparguthaben und andere Anlagen um 120 Mrd. EUR aufgestockt wurden. So schlecht geht es den Deutschen allerdings nicht, verfügte ein durchschnittlicher deutscher Haushalt Ende 2008 doch über ein Geldvermögen von 111.000 EUR (-4.000 EUR).

Auch wenn die realen Verluste also auf den ersten Blick weitaus niedriger ausfallen, als es die Deutschen befürchten, könnte die anhaltende Instabilität der Wirtschaft der Altersvorsorge langfristig weiteren Schaden zufügen. Denn eine anhaltende Krise drückt auf die Löhne und lässt die Arbeitslosigkeit ansteigen, sorgt somit zwangsläufig auch für einen Rückgang der Rentenwerte. Dies betrifft insbesondere solche Vorsorger, die trotz zahlreicher Aufklärungskampagnen lediglich auf die gesetzliche Rente vertrauen.

Was die Studie zeigt: Kurzfristig betrachtet müssen sich die Bundesbürger keine Sorgen um ihre Altersvorsorge machen. Hält die schwierige gesamtwirtschaftliche Situation allerdings langfristig an, könnten die derzeit unberechtigten Sorgen schon sehr bald zu berechtigten Sorgen werden. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 02.09.2009 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

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