Lebensversicherung: Lebensversicherungspolicen im Notfall lieber beleihen als verkaufen

Wenn kurzfristig Geld benötigt wird, ist es oft günstiger, ein Policendarlehn als einen Kredit aufzunehmen oder gar den Lebensversicherungsvertrag vorzeitig zu kündigen. Bisher konnte das Darlehn meist nur bei der Versicherungsgesellschaft aufgenommen werden, bei der der Vertrag abgeschlossen worden war. Mittlerweile haben sich Zweitmarktverwerter hier ein zweites Standbein geschaffen. Allerdings sind die Konditionen sehr unterschiedlich.

Obwohl ein Lebensversicherungsvertrag eigentlich eine langfristige Kapitalanlage ist, werden viele Verträge vorzeitig gekündigt. Der Grund liegt oft darin, dass der Versicherungsnehmer kurzfristig Geld benötigt. Das ist nicht nur ein sehr verlustreiches Geschäft für ihn - insbesondere dann, wenn die Lebensversicherung beispielsweise mit einer Berufsunfähigunfähigkeitsversicherung gekoppelt ist, verliert er einen unbedingt notwendigen Versicherungsschutz. In einem Beitrag im "Handelsblatt" stellt Autor Christoph Sandt dar, dass es eine bessere Alternative gibt, nämlich das sogenannte Policendarlehn. Dabei leiht sich der Versicherungsnehmer Geld, das er zuvor in seine Lebensversicherung eingezahlt hat, indem er seine Police verpfändet. Eine Bonitätsprüfung wird dabei nicht verlangt. In erster Linie eignen sich dafür klassische Kapitallebens- und Rentenversicherungen, Fondspolicen kommen weniger infrage.

Gründe für ein Policendarlehn können zum Beispiel sein, dass ein Überbrückungskredit beim Kauf einer Immobilie benötigt wird oder dass im gewerblichen Bereich Leistungen vorfinanziert werden müssen. Bezugsgröße für die Höhe des Darlehns ist der Rückkaufswert der Versicherung, der auf den bereits eingezahlten Beiträgen basiert. Auf die Darlehnssumme zahlt der Kreditnehmer einen Zins, der aktuell zwischen 5 Prozent und knapp 9 Prozent liegt.

Das Policendarlehn kann entweder bei der Versicherungsgesellschaft, bei welcher der Vertrag abgeschlossen wurde, beantragt werden, oder bei einem Unternehmen, das sich auf den Zweitmarkt für Versicherungspolicen spezialisiert hat. Bisher konzentrierten sich diese Firmen vor allem auf den Aufkauf von Lebensversicherungen - mittlerweile bieten sie neben dem Ankauf von Policen auch Policendarlehn an. Allerdings empfiehlt es sich, die Konditionen besonders sorgfältig zu vergleichen. So verlangen Zweitmarktanbieter meist einen höheren Mindestwert für das Darlehn als die Versicherungsgesellschaften. Auch die Bearbeitungsgebühren variieren erheblich. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 16.09.2009 | 0 Kommentare | Rubrik: Kapitallebensversicherung, Private Altersvorsorge

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