Versicherungen: Studenten sollten nur das Nötigste absichern
Am besten bereits zu Beginn des Studiums sollten Studenten sich darüber beraten lassen, welche Versicherungen sie dringend brauchen und welche nicht. Bei einem knappen Budget ist die Altersvorsorge noch nicht so wichtig, wenn die Aussicht besteht, in absehbarer Zeit in den Beruf einzusteigen. Dagegen sind eine Haftpflicht- und eine Krankenversicherung unverzichtbar. Sinnvoll ist auch der frühe Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
An den deutschen Hochschulen beginnt jetzt das neue Semester - insbesondere für die Erstsemester ist das zugleich der Start in einen neuen Lebensabschnitt, bei dem sie allmählich selbstständig vom Elternhaus werden. Das bedeutet auch, dass sie sich überlegen müssen, welchen Risiken sie möglicherweise ausgesetzt sind und wie sie sich dagegen absichern können. Aus der Sicht von Versicherungsvermittlern sind Studenten eine junge, attraktive Zielgruppe mit geringem Risiko und der Aussicht auf eine gut bezahlte spätere Tätigkeit. Dem steht entgegen, dass die meisten Studenten während des Studiums mit wenig Geld auskommen müssen. Es ist deshalb im Interesse der Vermittler, ihnen nur die Versicherungen zu empfehlen, die sie auch wirklich benötigen, um so auf der Basis einer qualifizierten Beratung eine langfristige Kundenbeziehung zu begründen.
So ist beispielsweise eine Lebensversicherung mit Todesfallschutz für Unverheiratete nicht sinnvoll. Grundsätzlich benötigen Studenten aus Sicht von Experten nur drei Versicherungen wirklich: die Privathaftpflichtversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung sowie eine Krankenversicherung. Bedingt empfehlenswert ist eine Hausratversicherung, wenn in der Studentenbude teure Elektrogeräte und Computer stehen. Eine Haftpflichtversicherung ist dagegen praktisch für jeden unverzichtbar, wenn er nicht Gefahr laufen will, durch eine Unachtsamkeit einen Schaden zu verursachen, der - insbesondere wenn Menschen dabei verletzt werden - in die Millionen gehen kann. Allerdings sollte zunächst geprüft werden, ob der Student nicht noch über die Familienpolice der Eltern abgesichert ist.
Auch wenn der Studierende noch kein eigenes Einkommen hat, ist es sinnvoll, so früh wie möglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Zum einen ist die Police günstiger, wenn der Versicherte noch jung und gesund ist. Zum anderen kann er sich so gegen die Lücke absichern, die dadurch entstehen könnte, dass die gesetzliche Rentenversicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit erst dann leistet, wenn mindestens fünf Jahre lang Beiträge in die Rentenlasse gezahlt wurden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Versicherung bereits dann leistet, wenn der Student wegen Berufsunfähigkeit den Beruf, auf den sein Studium ausgerichtet ist, nicht ausüben kann und dass die Versicherungsleistung später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden kann.
Unverzichtbar ist auch eine Krankenversicherung. Wenn der Student vor Studienbeginn bereits über die Familienversicherung seiner Eltern in der gesetzlichen Krankenversicherung war oder wenn er durch eigene Tätigkeit einen Versicherungsschutz hat, kann er sich relativ günstig über die studentische Krankenversicherung absichern. Falls er zuvor über seine Eltern privat versichert war, hat er die Wahlfreiheit zwischen privat und gesetzlich. Insbesondere für Studenten, die gerne viel reisen, sollte die gesetzliche Krankenversicherung aber durch eine private Auslandsreiseversicherung ergänzt werden. Dies schützt sie davor, bei einem Unfall oder einer Erkrankung, die in vielen Ländern nur gegen eine privatärztliche Rechnung behandelt wird, oder gar bei einem medizinisch notwendigen Rücktransport nicht auf mehreren tausend Euro Schulden sitzen zu bleiben. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 29.09.2009 | 0 Kommentare | Rubrik: Aktuell Versicherungen

