Die Rente ist sicher – nur ihre Höhe nicht
Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist ganz und gar ernst gemeint. Denn egal, ob Sie nun in 10, 15 oder 20 Jahren Ihren wohl verdienten Ruhestand anzutreten: Eine gesetzliche Rente wird es geben, doch diese wird viel niedriger ausfallen, bedingt durch die schrittweise Versteuerung der Altersbezüge, bis im Jahre 2040 das gesamte Einkommen zu versteuern ist. Was jedoch die amtlichen Renteneinschätzungen fehlerhaft macht: Sie beruhen noch immer auf den optimistischen Annahmen der früheren Rürup-Kommission, die seinerzeit die rot-grüne Koalition bei deren Sozialreformen beriet. Doch das nach dem Wirtschaftsweisen Bert Rürup benannte Team war noch von einem realen Wachstum der Löhne und Gehälter von durchschnittlich 1,5 Prozent und einer realen Rentensteigerung von rund 0,6 Prozent im Jahr ausgegangen.
Nicht berücksichtigt wurde hingegen, dass seit Mitte der 90er Jahre die Löhne und Gehälter inflationsbereinigt nur noch um durchschnittlich 0,65 Prozent stiegen. Deshalb reicht es aufgrund des schwachen Lohnzuwachses in naher Zukunft noch nicht einmal zu einem Inflationsausgleich der Rente. Vielmehr aber wird der reale Wert der Bruttorente eines Durchschnittsverdieners in den alten Bundesländern von heute 1.170 Euro bis zum Jahr 2012 auf nur noch 1.091 Euro monatlich sinken. Erst im Jahre 2050 wird die Kaufkraft der Rente wieder den Wert von heute erreichen. Und dabei sind noch nicht einmal die Steuern und Sozialabgaben mitberücksichtigt.
Auch wenn aus heutiger Sicht noch keine Altersarmut in Deutschland droht, sollten sich gerade die jüngeren und mittleren Generationen der 30- bis 45-Jährigen Gedanken machen. Und diese Überlegungen münden zwangsläufig in nur ein einziges Ergebnis: Zu einer verstärkten privaten Altersvorsorge gibt es keine Alternative. Eine solche Eigeninitiative funktioniert zwar nicht zum Nulltarif, doch die spürbare staatliche Förderung von Riester- und Rürup-Rente sowie bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) macht wegen der direkten Zuschüsse oder den Steuerersparnissen den eigenen Einsatz zumindest überschaubar und deshalb erträglich.
Was die meisten Bürger bei der Riester-Rente jedoch übersehen ist die Tatsache, dass diese Spar- und Vorsorgeform nur jene Lücke schließt, die die damalige Riester-Rentenreform verursacht hatte. Wer von daher während der Goldenen Jahre“ genauso viel Geld haben möchte wie während seines Erwerbslebens, um seinen gewohnten Standard beizubehalten, der muss noch einiges drauflegen. Etwa über einen der fünf Durchführungswege bei der betrieblichen Altersversorgung, das Fondssparen oder auch der Abschluss einer herkömmlichen privaten Rentenversicherung. Diese hat nämlich ebenfalls steuerliche Vorteile, wenngleich erst in der Leistungsphase.
Nicht unterschätzen sollte man zudem die Bedeutung von selbst genutztem bzw. vermietetem Wohneigentum als soliden und letztlich auch ertragsstarken Aspekt einer privaten Altersvorsorge. Zum einen bietet mietfreies Wohnen im Alter eine erhebliche finanzielle Entlastung und kommt deshalb einer kalkulationssicheren privaten Rente gleich. Bei Anlageimmobilien andererseits können regelmäßige Mieteinkünfte die absehbar schmaler werdende gesetzliche Rente erheblich aufbessern.
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Autor: insurance1 agency | 19.11.2009 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

