Altersvorsorge der Deutschen: Sparbereitschaft ist hoch

Auch in Zeiten der Finanzkrise haben die Deutschen ihre finanzielle Versorgung im Rentenalter im Blick. Die Bereitschaft zum Sparen für den Lebensabend ist vorhanden, scheitert aber nicht selten an der finanziellen Situation. Dies zeigt das 8. Altersvorsorge-Barometer der Investmentgesellschaft J.P. Morgan Asset Management (JPMAM). Das Altersvorsorge-Barometer wird seit März 2007 erhoben. Für die regelmäßige Untersuchung werden von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) repräsentativ 1.800 Frauen und Männer ab 20 Jahren zu ihrem monatlichen Sparverhalten befragt.

Die Altersvorsorge bleibt auch in Krisenzeiten einer der Top-Spargründe. Viele Vorsorger haben trotz der Instabilität der Finanzmärkte an Versicherungen, Sparplänen oder anderweitigen Anlagen festgehalten - wobei gerade langfristige Anlagen nach wie vor im Fokus der Vorsorger stehen. Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Sparquote in der Bevölkerung leicht auf 41 Prozent zugelegt hat (+0,4 Prozent ). Dies ist als deutlicher Positivtrend zu werten, war die Sparquote im April 2009 noch um 2 Prozent zurückgegangen. Weiterhin zeigt sich, dass der Anteil der Personen, die langfristig nicht vorhaben, etwas für das Rentenalter zu sparen, auf 37,7 Prozent und damit auf den niedrigsten jemals im Altersvorsorge-Barometer ermittelten Stand zurückgegangen ist. Die vorhandene Bereitschaft, tatsächlich etwas zurückzulegen, ist nicht zuletzt der realen Situation der Altersvorsorge geschuldet: Denn die durchaus mögliche Instabilität der gesetzlichen Rentenversicherung und der betrieblichen Altersvorsorgung sehen immer mehr Bürger als Gefahr für ihre Finanzversorgung im Alter. Nur noch 11,3 Prozent (-2,3 Prozent ) fühlen durch die gesetzliche und betriebliche Altersversorgung ausreichend abgesichert. Und gerade einmal 6,6 Prozent (-0,5 Prozent ) der Deutschen glauben noch an die Sicherheit der gesetzlichen Rente.

Die Gründe für das fehlende Sparverhalten vieler Bundesbürger sind einleuchtend: Jeder Vierte gibt an, sich das Sparen und Vorsorgen für das Alter schlicht und einfach nicht leisten zu können. Dies macht sich deutschlandweit äußerst unterschiedlich bemerkbar: Denn je nach Region fällt das Sparverhalten der Bevölkerung deutlich different aus. Während in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen (39,4 Prozent ) in etwa bundesdurchschnittlich (41 Prozent ) gespart wird, liegen die Sparquoten in NRW (48,3 Prozent ), Baden-Württemberg (46,7 Prozent ) und Bayern (43,6 Prozent ) deutlich über dem Bundesschnitt. Im Gegensatz hierzu bewegen sich die Quoten in Thüringen und Sachsen (37,2 Prozent ) leicht unter dem Durchschnitt. Starke Negativ-Ausreißer sind Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland (33,7 Prozent ) sowie Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt (32,9 Prozent ). Im Vergleich zur vorherigen Untersuchung wird deutlich, dass sich die regionalen Unterschiede mittlerweile etabliert sowie verfestigt haben und zumeist nur leichte Schwankungen auszumachen sind. Allerdings sind ebenfalls teils deutliche Positiv- (NRW, Bayern, Baden-Württemberg) sowie Negativentwicklungen (neue Bundesländer) auszumachen. Denn insbesondere in den neuen Ländern war die Sparquote in den vergangenen Jahren deutlich rückläufig.

Hinsichtlich der Höhe des monatlichen Sparbetrages wird deutlich, dass ein großer Teil der Sparer maximal 149 EUR monatlich auf die hohe Kante legt. Dies geht einher mit der Erkenntnis, dass je höher die tatsächliche Sparsumme wird, desto weniger Deutsche sparen. So legen nur noch 1,1 Prozent der Sparer 200 bis 249 EUR und nur 0,3 Prozent mehr als 250 EUR zurück. Die Abzahlung einer Immobilie im Rahmen der Altersvorsorge leisten immerhin noch 7,3 Prozent.

In Zeiten der Krise wird deutlich: Während sich ein nicht zu unterschätzender Teil der deutschen Bevölkerung die Vorsorge für das Alter nicht leisten kann, nutzt ein anderer Teil die Krise, um sich zusätzlich abzusichern. Die Ergebnisse des Altersvorsorge Barometers werden von anderen Branchenstudien zum Sparverhalten - unter anderem die des Verbandes der Privaten Bausparkassen - bestätigt. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

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Autor: LexisNexis | 26.11.2009 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

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