Riester Rente in der Kritik
Die staatlich geförderte Riester Rente ist unversehens in die Kritik geraten: Ein aktuelles Gutachten stellt Riester-Verträgen ein schlechtes Zeugnis aus. Kritisiert wird insbesondere die mangelnde Kostentransparenz auf Anbieterseite. Das gab der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) als Auftraggeber des Gutachtens am 7. Dezember in Berlin bekannt.
Hauptkritikpunkt des von Prof. Dr. Andreas Oehler von der Universität Bamberg erstellten Gutachtens "Alles Riester? Die Umsetzung der Förderidee in der Praxis" ist laut vzbv die mangelnde Kostentransparenz: Nur knapp die Hälfte aller Anbieter von Riester-Produkten halte für den Verbraucher nutzbare Kosteninformationen bereit. Dabei würden in vier von zehn Fällen die Kosten zudem nicht wie vorgeschrieben in Euro ausgewiesen, jedes dritte Angebot enthalte keine Angaben zu den Kosten eines Vertragswechsels und knapp ein Viertel der Angebote keine hinreichenden Angaben zu den Abschluss- und Verwaltungskosten, so Gerd Billen, Vorstand des vzbv. Die Folge sei, dass Verbraucher nicht in der Lage seien, verschiedene Produkte im Vorfeld miteinander zu vergleichen. Das verhindere letztlich einen funktionierenden Preis- und Qualitätswettbewerb unter den Anbietern.
Der vzbv fordert daher eine stärkere Standardisierung der Produkt- und Kosteninformationen. Dabei müssten die wesentlichen Informationen des jeweiligen Riester-Produkts verständlich ausgewiesen werden, so Billen weiter. Insbesondere müsse durch beispielsweise vergleichbare Kosten-Kennziffern auch eine produktgruppenübergreifende Vergleichsmöglichkeit geschaffen werden.
Eine weitere Forderung des vzbv ist die Stärkung der anbieterunabhängigen Altersvorsorgeberatung. Als Konsequenz einer schlechten Produktempfehlung würden staatliche Fördergelder vielfach nicht bei den Förderberechtigten, sondern als Provisionen bei den Anbietern landen. Denn die Vertragskosten für Riester-Verträge seien häufig höher als bei anderen (privaten) Altersvorsorgeverträgen, so der vzbv - dies zeigt im Übrigen auch eine aktuelle Untersuchung des Verbrauchermagazins "Öko-Test". Dadurch würden die staatlichen Zulagen teilweise wieder aufgezehrt. Um Verbraucher vor Fehlentscheidungen zu bewahren und zukunftsfähigen Vorsorgeprodukten zum Durchbruch zu verhelfen, fordert der vzbv daher ausdrücklich eine Stärkung der anbieterunabhängigen Beratung. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 09.12.2009 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge, Riester Rente

