Riester Rente: Viele Riestersparer schöpfen die Zulagen nicht aus

Hinsichtlich der Förderung von Altersvorsorge über Riesterverträge gibt es zwar viele Zahlen, eine Übersicht über die Gesamtzusammenhänge fehlt dagegen bisher. Dies will das Bundesfinanzministerium jetzt mittels einer Studie nachholen. Grundsätzlich dominierten beim Riestersparen in 2009 weiterhin die Versicherungsprodukte, aber auch die Förderung von Wohneigentum stieß auf rege Nachfrage. Viele Sparer nutzen die Förderung aber nicht voll aus.

Trotz der Wirtschaftskrise hat die Zahl der Riesterverträge sich 2009 um gut 1 Mio. auf jetzt rund 13,3 Mio. Verträge erhöht. Allerdings gibt es bisher noch wenig an exakten Zahlen, deshalb will das Bundesministerium für Finanzen jetzt Gutachter einsetzen, um mehr Transparenz in die Angebote und ihre Kosten zu bringen und gegebenenfalls Handlungsbedarf daraus abzuleiten, wie ein Beitrag in Heft in der Zeitschrift "Versicherungswirtschaft" (Heft 5/2010, S. 321) darstellt, in der die Beantwortung einer Kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken durch das Finanzministerium wiedergegeben wird. Ein Problem ist es dabei abzugrenzen, inwieweit sich die Zahl der 13,2 Mio. Inhaber von Riesterverträgen mit der von über 17 Mio. Arbeitnehmern überschneidet, die Anspruch auf eine Betriebsrente haben.

Deutlich gestiegen ist das Interesse an Verträgen zur Förderung von Wohneigentum - insbesondere im letzten Quartal 2009 erhöhte sich die Zahl der Wohn-Riester-Verträge signifikant. Ende des Jahres gab es von ihnen 197.000 Stück, sie lagen damit knapp hinter der Anzahl von Investmentfondsverträgen und deutlich vor den Banksparverträgen. Nach wie vor dominieren Versicherer das Riestergeschäft, ihr Gesamtbestand lag Ende 2009 bei 9,8 Mio. Allerdings ist ihr Marktanteil von 75,6 auf 73,9 Prozent zurückgegangen.

Trotz Anspruch auf Förderung nutzen viele Riester-Sparer die Fördermittel nicht aus - mit wachsender Tendenz. Ursache ist, dass sie die steigende Erhöhung der eigenen Sparleistung nicht erbringen können oder wollen. Trotzdem kommt die Riester-Förderung vor allem Beziehern niedriger Einkommen bis zu 20.000 EUR zugute - hier werden gut 50 Prozent gefördert, während bei denjenigen, die zwischen 20.000 und 30.000 EUR verdienen, gut 19 Prozent einen Riestervertrag haben. Knapp 57 Prozent der Zulageempfänger sind dabei Frauen, drei Viertel der Verträge wurden in den alten Bundesländern abgeschlossen. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 25.03.2010 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge, Riester Rente

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