Versicherungen: Online Vertrieb gewinnt an Bedeutung

Laut einer aktuellen Studie können sich mehr als zwei Drittel der deutschen Versicherungskunden einen Wechsel ihres Anbieters innerhalb der nächsten zwölf Monate vorstellen und 15 Prozent würden während dieses Zeitraumes keinen Neuvertrag bei bestehenden Anbietern abschließen. Damit ist Deutschland in Bezug auf die Kundenloyalität Schlusslicht im globalen Vergleich. Zudem werden für Vertragsabschlüsse immer mehr Makler durch das Internet ersetzt.

In Deutschland ist die Kundenloyalität für Versicherungsprodukte sehr gering. Gründe für einen möglichen Wechsel des Anbieters stellen aus Kundensicht eine schnellere Problemlösung sowie die Transparenz von Preisen und Gebühren dar. Dies wird auch an der Struktur der Vertriebswege für Versicherungsprodukte erkennbar. Insgesamt würden 56 % der befragten Kunden in Deutschland bei einer Erneuerung des Versicherungsverhältnisses oder dem Erwerb neuer Versicherungsdienstleistungen den Anbieter wechseln. Durchgeführt wurde die Studie"Kundenloyalität und Vertriebsstrukturen für Versicherungsprodukte" von dem Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture.

Neben der Kundenloyalität wurden auch die Vertriebsstrukturen der Versicherungsbranche untersucht. Vor allem in Deutschland spielen Versicherungsagenten immer noch eine bedeutende Rolle. Grund dafür sind persönliche Informationen und Problemlösungen (36 %) sowie bedürfnisgerechte Produkte (32 Prozent ). In der Vergangenheit wurde dieser Kanal von drei Vierteln der Befragten genutzt. In Zukunft wird jedoch das Internet beim Abschluss von Versicherungen an Bedeutung gewinnen. Laut Umfrage planen 46 Prozent der Befragten innerhalb der nächsten zwölf Monate über das Internet einen Vertrag abzuschließen. Dies entspricht einem Plus von 16 Prozent.

Nur 48 Prozent der Befragten planen Vertragsabschlüsse über Versicherungsmakler (minus 27 Prozent ). Die Kunden suchen aktiv nach besseren Angeboten und nutzen dabei verstärkt das Internet. Versicherer sind gezwungen, darauf zu reagieren, so Thomas D. Meyer, Verantwortlicher bei Accenture für die Versicherungspraxis in Europa, Asien und Lateinamerika.

Vor allem die Preis- und Gebührentransparenz überzeugt 34 Prozent der Befragten bei der Nutzung des Internets. Zudem wurden eine große Produktpalette von verschiedenen Anbietern, hier Versicherungsvergleich und geringere Preise (42 Prozent ) als Vorteile genannt. Ein weiterer Aspekt ist der zeitlich unbeschränkte Zugang (42 Prozent ). Besonders wichtig wird der Vertrieb über das Internet im Bereich der Kfz-Versicherung. Einen solchen Abschluss erwägen in Deutschland 45 Prozent. Einen klassischen Vertragsabschluss bei einem Versicherungsmakler würden hingegen nur 42 Prozent vornehmen. Weltweit liegen beide Werte bei 40 Prozent. Einen Makler würden die Kunden dennoch in den Bereichen Hausratversicherung und Lebensversicherung dem Onlineabschluss vorziehen.

Beim Vertrieb von Bankleistungen spielen Assekuranzen auch weiterhin keine Rolle. Weltweit können sich 73 Prozent der Befragten nicht vorstellen, Bankprodukte über ein Versicherungsunternehmen zu beziehen. In Deutschland ist dies sogar bei 81 Prozent der Befragten der Fall. Bestandteil der Studie ist eine Kundenbefragung in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Brasilien gewesen. Die Befragten sind dabei in Bezug auf Geschlecht, Alter, Einkommen und Region repräsentativ für die jeweilige Gesamtbevölkerung. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 02.06.2010 | 0 Kommentare | Rubrik: Aktuell Versicherungen

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