Private Krankenversicherung: Stabile Beiträge sind ein wichtiger Entscheidungsfaktor in der PKV
Insbesondere durch die gesetzlichen Zugangsbeschränkungen wird auch die private Krankenversicherung von der demografischen Entwicklung negativ beeinträchtigt. Dies hat teilweise stark ansteigende Beiträge zur Folge, was wiederum Neukunden abschreckt. Für den Vermittler können Ratings zwar eine Hilfe bei der Beratung über stabile Tarife sein, allerdings gelten sie nur für eine bestimmte Standardsituation.
Die grundlegenden Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung gelten auch für die private Krankenversicherung. Ihr macht ebenfalls die demografische Entwicklung zu schaffen. In einem Beitrag in Heft 6/2010, S. 32 der Zeitschrift "Versicherungsmagazin" berichtet Detlef Pohl, dass nach Expertenschätzungen der PKV rund zwei Millionen jüngere Mitglieder fehlen, um der Gefahr des "Vergreisens" der Bestände begegnen zu können. Die geringe Zahl der Mitglieder ist unter anderem eine Folge der verschärften Zugangsbeschränkungen. Die jetzige Bundesregierung will das zwar grundsätzlich aufheben, hat diese Absicht aber noch nicht umgesetzt.
Die Wechsel-Erschwernisse und die nach oben offenen Arztrechnungen sind vor allem die Ursachen dafür, dass die Beiträge der PKV in den letzten Jahren kräftig gestiegen sind, für Männern noch stärker als für Frauen. Als Folge dabei wechseln immer mehr Versicherte in beitragsgünstige Basis- und Standardtarife, die faktisch von den verbleibenden Normalversicherten subventioniert werden. Außerdem zögern besser verdienende GKV-Kunden davor, in die PKV zu wechseln, weil sie die unkalkulierbare Beitragsentwicklung fürchten.
Vermittler, die grundsätzlich wechselwillige Kunden beraten, können aktuelle Ratings zu Rate ziehen, aus denen sich ergibt, welche Anbieter über einen längeren Zeitraum in der Vergangenheit relativ geringe durchschnittliche Erhöhungen hatten. Dies sagt zwar konkret nichts über die zukünftige Entwicklung aus, lässt jedoch erwarten, dass diese Tarife auch für die nächsten Jahre stabil kalkuliert sind. Allerdings gehen diese Ratings von einem festgelegten Standardfall aus - wenn einzelne Faktoren, wie beispielsweise der Selbstbehalt, verändert werden, kann sich die Reihenfolge der Bewertungen schnell ändern und Unternehmen, die an der spitze stehen, auf die hinteren Plätze rutschen. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 15.06.2010 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Krankenversicherung

