Gute Ausbildung verringert die Rentenlücke bei Frauen
Noch gibt es beim Einkommen und damit bei der Rente große Unterschiede zwischen Männern und Frauen, insbesondere in Westdeutschland. Aber inzwischen sind viele Frauen besser ausgebildet als Männer und Berufstätigkeit ist für sie zur Selbstverständlichkeit geworden. Deshalb dürfte die Rentenlücke in den nächsten Jahren schrumpfen - allerdings nur dann, wenn die Rahmenbedingungen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.
"Kinder in Kitas und Frauen in Führungspositionen" lautet das Fazit einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge zum Thema "Frauen und ihre Altersvorsorge". Die drei Autorinnen zeichnen darin ein eher düsteres Bild der gegenwärtigen Situation der Altersvorsorge von Frauen, geben aber einen hoffnungsvollen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung. Aktuell verdienen Frauen in Deutschland 23 Prozent weniger als Männer, die Lücke ist dabei größer als im europaweiten Durchschnitt, wo sie bei 17,4 Prozent liegt. Während der Einkommensabstand in den neuen Bundesländern 6 Prozent beträgt, liegt er in den alten Ländern bei 24 Prozent. Diese Lücke setzt sich im Rentenalter fort. In Ostdeutschland haben die Frauen meist in Vollzeit gearbeitet und damit höhere Rentenanwartschaften erworben. Dadurch beträgt die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen hier 16 Prozent, während sie in Westdeutschland bei 35 Prozent liegt. Dies macht bei einer Frau im Westen 77.000 EUR aus, die sie über die gesamte Rentenbezugsdauer - die allerdings wegen der höheren Lebenserwartung um fünf Jahre länger ist - weniger bekommt als ein gleichaltriger Mann.
Die Umfrage bei 1.035 Frauen zwischen 18 und 70 Jahren zeigt aber auch, dass 80 Prozent von ihnen selbst Verantwortung für ihre Altersvorsorge übernehmen. Zwei Drittel zahlen in die gesetzliche Rentenversicherung ein, gut die Hälfte hat eine private und ein Viertel eine "betriebliche Altersversorgung. Dazu kommen zusätzliche Spar- und Kapitalanlageprodukte. Dies wird dadurch begünstigt, dass die Erwerbstätigenquote bei Frauen in den letzten 40 Jahren deutlich gestiegen ist, von 30 auf jetzt 45 Prozent. Über 50 Prozent der Frauen zwischen 16 und 65 Jahren bestreiten ihren Lebensunterhalt durch eigenes Einkommen und ihre Bildungsabschlüsse sind im Durchschnitt inzwischen höher und besser als die von gleichaltrigen Männern. Bei den Führungspositionen und im Top-Management hat sich das aber noch kaum niedergeschlagen und auch die gesetzlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen tragen den Lebensumständen von Frauen und ihrem Wunsch nach Vereinbarkeit von Kindern und Beruf noch wenig Rechnung. Dies müsse angepasst werden, fordern die Autorinnen der Studie - dann gäbe es "gute Aussichten für gut ausgebildete Frauen". Ganz verschwinden werde die Rentenlücke auf absehbare Zeit allerdings nicht. Der Studie zufolge werde es für die Frauen im Westen eine Anpassung nach oben geben, indem die Renten der Männer konstant bleiben und die der Frauen steigen. Im Osten wird dagegen eine Angleichung nach unten erwartet - die Renten sowohl der Männer als auch der Frauen werden sinken. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 06.09.2010 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

