Dread-Disease Versicherung: Bei schweren Krankheiten nicht alles verlieren
Insbesondere im angelsächsischen Raum spielen Dread Disease Versicherungen eine nicht unbedeutende Rolle bei der Absicherung des Vermögensverlusts durch eine schwere Erkrankung. In Deutschland gibt es aktuell nur wenige Anbieter, allenfalls bei den Zusatzversicherungen ist das Angebot größer. Der Verbreitung stehen auch die oft schwer verständlichen Bedingungen und Ausschlüsse entgegen, die den medizinischen Laien überfordern.
In Deutschland sind Dread-Disease-Versicherungen immer noch ein Nischenprodukt, das nur von relativ wenigen Versicherungsgesellschaften angeboten wird und dessen Bedingungen für Vermittler und Kunden oft schwer verständlich sind. In den angelsächsischen Ländern sowie in Australien und dem pazifischen Raum sind Dread-Disease-Angebote dagegen seit 25 Jahren auf dem Markt und spielen mittlerweile eine wichtige Rolle im Lebensversicherungsbereich. Der Versicherungsschutz gegen schwere Krankheiten wurde 1983 erstmals in Südafrika angeboten. Sein Ziel war es, Menschen davor zu bewahren, dass sie wegen einer schweren Erkrankung und der hohen Behandlungskosten ihr Vermögen und ihre Altersrücklagen verlieren.
Ein Beitrag von Stephan Witte in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Versicherungsmagazin" (Heft 9/2010, S. 35 - 39) zeigt auf, welche Angebote es aktuell auf dem deutschen Markt gibt. Bedingt durch Fusionen von Versicherern sind mittlerweile bereits einige Produkte der ersten Stunde wieder verschwunden und der Markt konzentriert sich auf relativ wenige Anbieter. Stand-Alone-Produkte bieten aktuell vier Versicherungsunternehmen an, vor allem für Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall. Daneben gibt es eine Reihe von Dread-Disease-Versicherungen in Form einer Zusatzversicherung zu einer Lebens-, Renten- oder Unfallversicherung.
Für den medizinischen Laien sind die Angebote am Markt allerdings oft schwer vergleichbar, weil das gleiche Krankheitsbild oft unter verschiedenen Bezeichnungen angeboten wird, die mitunter nur ein Mediziner entschlüsseln kann. Das Gleiche gilt für Ausschlüsse, beispielsweise von Angina Pectoris oder von Krankheiten, die auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen sind. Einige Versicherungsgesellschaften bieten Zusatzangebote wie das Tele-Underwriting, bei dem Gesundheitsfragen auf Wunsch per Telefoninterview mit einem medizinisch geschulten Mitarbeiter besprochen werden können. Nicht empfehlenswert ist nach Ansicht von Stephan Witte eine Dread-Disease-Versicherung als Alternative zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung, weil sie Erkrankungen der Wirbelsäule oder der Psyche fast immer ausschließt. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 21.09.2010 | 0 Kommentare | Rubrik: Dread Disease Versicherung

