Deutsche fürchten um ihre Altersvorsorge

Immer mehr Deutsche sind aufgrund von steigenden Preisen und der hohen Staatsverschuldung in Sorge um ihre Altersvorsorge. Dennoch haben, wie eine aktuelle Studie des Allensbacher Instituts für Demoskopie zeigt, 20 Prozent der Berufstätigen ihre privaten Altersvorsorgemaßnahmen inzwischen gekürzt oder sogar gekündigt.

Wie die Studie, die das Allensbacher Institut für Demoskopie im Auftrag der Postbank durchgeführt hat, zeigt, fürchten 37 Prozent aller Arbeitnehmer Rentenkürzungen. Gleichzeitig rechnen 28 Prozent damit, dass ihre Altersvorsorge aufgrund von steigenden Preisen in Zukunft nicht ausreichen wird. Weiterhin sind 37 Prozent der Meinung, dass der Staat als Folge der hohen Verschuldung die gesetzliche Rente kürzen wird.

Besonders verunsichert sind dabei die Menschen im Osten Deutschlands: Hier ist gerade mal noch jeder Siebte der Meinung, dass seine Bezüge im Alter ausreichend sein werden. Gleichzeitig sind sich 43 Prozent der Ostdeutschen unsicher, welche private Altersvorsorge überhaupt noch einen Sinn macht.

Obwohl die Angst und Sorge um die finanzielle Sicherheit im Alter steigen, hat jeder Fünfte Berufstätige seine private Altersvorsorge mittlerweile gekürzt oder komplett gekündigt. Bei den unter 50-jähringen sind es sogar 23 Prozent. Als einen der Hauptgründe nennt die Studie dafür die Finanzkrise und spricht von einer sogenannten "Schockstarre". Als Folge dessen geben die Berufstätigen unter 50 heute im Durchschnitt 12 Prozent weniger für ihre Altersvorsorge aus als es noch 2009 der Fall war. Im Osten sind es sogar 25 Prozent weniger im Vergleich zu 2009. Durchschnittlich werden demnach im Osten Deutschlands 123 EUR für die Altersvorsorge von den Berufstätigen gespart, in Westdeutschland liegt der Betrag bei 215 EUR - hier wird eine schnell wachsende Ost-West-Schere sichtbar.

Besonders betroffen von den Kürzungen und Kündigungen sind Riester-Verträge sowie Renten- und Lebensversicherungen. So haben aktuell beispielsweise nur noch 9 Prozent der Arbeitnehmer unter 30 den konkreten Plan, einen Riester-Vertrag abzuschließen - 2008 waren es noch 23 Prozent.

Die Deutsche Rentenversicherung sieht die Ergebnisse der Studie hingegen als Vertrauensbeweis in die gesetzliche Rente. Denn das Vertrauen in die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung steigt seit 2003. So hätten 2003 63 Prozent der Bevölkerung die gesetzliche Rente als die für sie ideale Form der Altersvorsorge angesehen. Heute liegt dieser Wert gar bei 76 Prozent. Hier können nur das eigene Haus oder eine Eigentumswohnung mithalten. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 14.10.2010 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

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