Riester Rente: Wichtiger als die Kosten ist die Rendite
Die Riester-Rente ist nach wie vor umstritten. Insbesondere wird kritisiert, dass sie mit zu hohen Kosten belastet und intransparent sei. Ein Teil der Vorwürfe ist dabei durchaus berechtigt, bei anderen wird oft vergessen, dass die vollen Beiträge bei Rentenbeginn gesetzlich garantiert sind. Entgegen der landläufigen Einschätzung kann der Abschluss einer Riester-Rente für einen gutverdienenden Single am günstigsten sein.
Die Frage, ob und für wen sich der Abschluss einer Riester-Rente lohnt, ist auch acht Jahre nach ihrer Einführung immer noch umstritten. Nach wie vor gibt es insbesondere von Wirtschafts- und Testmedien diametral entgegengesetzte Positionen dazu. Auch den Verbänden wie dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft gelingt es nur bedingt, sich mit seiner Position durchzusetzen.
In einem Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Versicherungsmagazin" (Heft 10/2010, S. 32 - 34) setzt sich Elke Dolle-Helms mit den wichtigsten Argumenten gegen die Riester-Rente auseinander und zeigt auf, für wen sie sich lohnt. Ein wichtiger Kritikpunkt ist, dass sie mit hohen Kosten belastet sei. Grundsätzlich ist dies aus Sicht der Autorin auch richtig - im Extremfall könne das dazu führen, dass die staatlichen Zulagen bis zu 90 % von den Kosten aufgefressen werden. Für die meisten Kunden ist es allerdings wichtiger, wie hoch letzten Endes die Rendite ist. Deshalb ist in erster Linie der Vermittler gefordert, der die einzelnen Möglichkeiten der Altersvorsorge, wie beispielsweise auch die Rentenversicherungen der dritten Schicht, sorgfältig auf die steuerlichen und sonstigen Vorteile im konkreten Fall hin vergleichen muss.
Insbesondere Versicherungsprodukte werden oft als ungünstig bewertet, weil durch die vorgeschriebene Verteilung der Abschlusskosten auf die ersten fünf Jahre das Guthaben nur sehr langsam wächst. Hier scheinen Bank- und Fondssparpläne günstiger zu sein. Diese bergen allerdings in der Verrentungsphase deutlich höhere Kostenrisiken. Außerdem wird die langsame Entwicklung in den ersten Jahren durch die gesetzliche Vorgabe relativiert, dass die eingezahlten Beiträge bei Rentenbeginn in voller Höhe zur Verfügung stehen müssen. Ein gewichtiges Gegenargument ist auch, dass die Riester-Renten intransparent seien und sich unterschiedliche Angebote kaum miteinander vergleichen ließen. Dies hängt, so Dolle-Helms, damit zusammen, dass die Riester-Rente zum einen bürokratisch überfrachtet sei, zum anderen viele Anbieter die Kosten nicht oder nur unvollständig ausweisen.
Nach wie vor erreicht die Riester-Rente nur einen relativ geringen Teil der Förderberechtigten, insbesondere in den Bevölkerungskreisen, für die sie in erster Linie bestimmt war. Berechnungen zeigen außerdem, dass sie entgegen der landläufigen Meinung für gutverdienende Singles aufgrund der steuerlichen Vorteile interessanter ist als für eine Familie mit zwei Kindern, die ohnehin nur bis zu ihrem 18. Geburtstag berücksichtigt werden. Vorteilhaft ist die Riester-Rente auch für Frauen, die eine Witwenrente beziehen, weil sie nicht zur Kürzung der Witwenrente führt. Für Geringverdiener, die im Alter Grundsicherung bekommen, lohnt sich das Sparen dagegen nicht - ihnen wird die Riester-Rente voll angerechnet. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 21.10.2010 | 0 Kommentare | Rubrik: Riester Rente

