Beitragserhöhungen bei der privaten Krankenversicherung befürchtet
Wie schon seit geraumer Zeit spekuliert wird, müssen neben den gesetzlich Krankenversicherten nun auch Privatversicherte mit höheren Beiträgen rechnen. Glaubt man dabei den Medien, sind die niedrigen Marktzinsen verantwortlich für eine Explosion der Kosten bei den privaten Krankenkassen.
Aufgrund der Finanzkrise müssen auch privat Krankenversicherte offenbar bald mit einer deutlichen Erhöhung ihrer Beiträge rechnen. Als eine Ursache können dabei laut Financial Times Deutschland die niedrigen Marktzinsen genannt werden, die die Bilanzen der privaten Krankenversicherungen stark belasten. Allein die geringen Renditen bringen Prämienerhöhungen von sechs bis acht Prozent mit sich. Hinzu kommen dabei noch die normalen Beitragsanpassungen wegen der an sich schon steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Doch Volker Leienbach, Vorstand der privaten Krankenversicherer (PKV) weist dies entschieden zurück. Seiner Einschätzung nach reichen die vorhandenen Zinseinnahmen problemlos aus. Und auch 2010 soll der gesetzlich vorgeschriebene Zinssatz erreicht werden, sodass Beitragserhöhungen nicht zu befürchten sind.
Wie die Financial Times weiter berichtet, stehen die privaten Krankenversicherer dabei dennoch nicht viel krisenfester da als die Gesetzlichen. Während bei den gesetzlichen Krankenkassen die steigende Arbeitslosigkeit und die sinkenden Löhne durch Kurzarbeit zu schwindenden Einnahmen führen, sind es bei den privaten Krankenversicherern die ausbleibenden Zinsen.
Auch oder gerade für Ältere sollte aber der Krankenversicherungsschutz jederzeit noch bezahlbar sein. Aus diesem Grund müssen die 46 deutschen Krankenversicherer Rückstellungen aus einem Teil der Beitragseinnahmen bilden und zu einem speziellen Satz verzinsen. Zurzeit betragen diese Rückstellungen 144 Mrd. EUR. Die Obergrenze des Zinssatzes, der sogenannte Höchstrechnungszins, wird vom Bundesfinanzministerium festgelegt. Seit mehr als 50 Jahren liegt dieser unverändert bei 3,5 Prozent. Hierdurch sollten möglichst stabile Beiträge garantiert werden. Zehn von 46 Versicherern haben jedoch laut der Financial Times Probleme, diesen Zinssatz zu bekommen. Volker Leienbach zufolge gibt es jedoch "keine Überlegungen des PKV-Verbandes, den in der Kalkulationsverordnung festgelegten Höchstrechnungszins zu senken." Zudem konnte, so Leienbach weiter, im vergangenen Jahr sogar eine Nettoverzinsung von 4,27 Prozent erreicht werden.
Für die Ansprüche der Kunden reichten die bisherigen Rückstellungen jedoch nicht mehr aus, wie die Financial Times Deutschland weiter berichtet. Daher müssen alle Krankenversicherer ihre Preise erhöhen sowie die Rückstellungen stärken. Allerdings sind die Zinssätze für das kommende Jahr bereits festgelegt, sodass Beitragserhöhungen erst für 2012 drohen. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 02.11.2010 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Krankenversicherung

