Ganzheitliche Altersvorsorgeberatung wichtig
Versicherungsvermittler haben es im Gegensatz zu Bankberatern aufgrund ihres guten alten "Herr Kaiser"-Images noch gut. Schließlich gelten sie aus Sicht der Kunden fast überall als Kümmerer. Doch auch hier scheint eine Wende absehbar.
Renditeversprechen, die angeblich nicht eingehalten werden oder eine wachsende Sensibilität für weniger erfreuliche Botschaften wie hohe Storno- oder Nichtbesparungsquoten im Bereich der Lebensversicherung lassen an den Gesellschaften immer häufiger Kritik aufkommen. Zu diesem Schluss kommen Heinz Benölken und Andreas Blütchen in der aktuellen Ausgabe des Zeitschrift Versicherungsmagazin (Heft 12/2010, S. 56).
Positiv wirkt sich hingegen die in der Regel bestehende Orts- und Kundennähe von Versicherungsvermittlern aus. Eine Aufbesserung des Images kann zudem durch bedarfsgerechtere Beratungen bei der Altersvorsorge erreicht werden. Diese eignet sich nach Meinung der Autoren für Versicherungsvermittler besonders zur Pflege des Vertrauens ihrer Kunden. Denn gerade im Bereich der bedarfsgerechten Altersvorsorgeberatung wird der Bedarf immer größer. Für einen Großteil der Bevölkerung entsteht durch die Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung eine immer größer werdende Versorgungslücke. Aufgefangen werden müssen diese Defizite dann von jedem Einzelnen selbst.
Grundlage für eine solche bedarfsgerechte Vorsorgeberatung stellt das Drei-Schichten-Modell dar. Aus Sicht der Autoren gewinnen Berater so persönliches Vertrauen sowie eine längerfristige Bindung ihrer Kunden. Vor allem Letzteres beinhaltet zudem die Chance auf die Akquirierung neuer Kunden. Berater, die eher kurzfristig denken und die eigene Provision in den Vordergrund stellen, können dagegen schnell ihre Kunden vergraulen. Denn der Grundsatz, dass die gesetzlichen Renten sicher sind, gilt schon lange nicht mehr.
Vor allem von den jüngeren Generationen wird das Thema Altersvorsorge noch weit in den Hintergrund gerückt. Schließlich sehen sie ihre Rente noch in weiter Ferne. Da die Altersvorsorge jedoch ein rein finanzmathematisches Thema ist, ist hier ein Umdenken dringend von Nöten. Schließlich kann, je mehr Zeit zum Sparen vorhanden ist, umso mehr auch mit kleinen monatlichen Beitragszahlungen erreicht werden.
Dieses Umdenken könnte auch bei den Assekuranzen seine Spuren hinterlassen. Wenn sich die Bürger auf ein umfassendes Altersvorsorgesparen einlassen, wird das bislang dominierende freie Versicherungssparen Kunden verlieren. Für die Versicherungsunternehmen ist es dann nach Meinung der Autoren wichtig, richtig zu reagieren. Denn über die Sicherung langfristiger Kundenbindungen kann die eigene Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Benölken und Blütchen kommen abschließend zu dem Ergebnis, dass die historische Chance der ganzheitlichen Altersvorsorgeberatung als sogenanntes "Ankerprodukt" genutzt werden sollte. Dafür ist jedoch ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]
Autor: LexisNexis | 06.12.2010 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

