Rendite von Lebens- und Rentenversicherungen sinkt in 2011 weiter

Neuer Schock für viele Sparer: Vor Weihnachten wurde zunächst bekannt, dass das Bundesfinanzministerium erwägt, in 2011 den Garantiezins für Lebens- und Rentenversicherungsverträge zu senken. Immerhin: Davon betroffen wären nur neue Policen. Doch nun die nächste schlechte Nachricht: Nach einer aktuelle Umfrage wird ein Großteil der Versicherer in diesem Jahr auch die Überschussbeteiligung weiter reduzieren.

Die laufende Verzinsung und damit die Rendite von Lebens- und Rentenversicherungen fußt auf zwei Komponenten: dem Garantiezins sowie der sogenannten Überschussbeteiligung.

Der Garantiezins wird vom Bundesfinanzministerium (BMF) in Absprache mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und den Aktuaren der Lebensversicherer festgelegt. Faktisch handelt es sich um einen Höchstrechnungszins, den die Versicherer zur Darstellung ihrer Leistung kalkulatorisch nutzen dürfen. Grundlage ist die Umlaufrendite von Anleihen der öffentlichen Hand im arithmetischen Mittel der letzten 10 Jahre. Im Jahr 2000 lag der Garantiezins noch bei 4 Prozent, im Laufe der letzten Jahre wurde er regelmäßig gesenkt, zuletzt zum 1. Januar 2007 auf 2,25 Prozent. Wie im Dezember 2010 bekannt wurde, erwägt das BMF, den Garantiezins zum 1. Juli auf nur noch 1,75 Prozent zu senken. Zwar sind die Versicherungsunternehmen rechtlich nicht verpflichtet diesen Zins einzuhalten, aus Wettbewerbsgründen ist allerdings nicht zu erwarten, dass sie ihn unterschreiten. Eine Absenkung des Garantiezinses ist übrigens nur relevant für alle ab Wirksamwerden einer Garantiezinssenkung neu abgeschlossenen Versicherungsverträge.

Dadurch, dass Versicherungsunternehmen mit dem durch die Beitragszahlungen ihrer Versicherten eingenommenen Geld am Finanzmarkt arbeiten, erzielen sie wirtschaftliche Überschüsse. An diesen Überschüssen müssen die Versicherungsnehmer beteiligt werden. Das ergibt sich aus § 153 Versicherungsvertragsgesetz. Man spricht insoweit von der bereits genannten Überschussbeteiligung, die von den Versicherern jährlich neu festgelegt wird.

Wie eine aktuelle Umfrage unter den 40 größten deutschen Assekuranzen ergeben hat, planen 23 der 40 befragten Versicherer für 2011 eine Senkung der Überschussbeteiligung - das sind zehn mehr als im Jahr 2010. Die Überschussbeteiligung wird bei diesen Unternehmen um bis zu 0,4 Prozent gesenkt. Damit wird die durchschnittliche Verzinsung in 2011 auf voraussichtlich 4,08 Prozent (2010: 4,23 Prozent) sinken. Manfred Poweleit, Herausgeber des Branchendienstes map-Report hat gegenüber dem "Hamburger Abendblatt" bereits orakelt, dass die durchschnittliche Rendite von Lebens- und Rentenversicherungen spätestens im Jahr 2012 sogar unter die 4 Prozent-Marke fallen werde. Der Grund für die stetig sinkende Verzinsung von Lebens- und Rentenversicherungsprodukten ist ganz einfach: Durch das seit Jahren sehr niedrige Zinsniveau am Kapitalmarkt erzielen die Assekuranzen mit ihren Kapitalanlagen ihrerseits nur geringe Renditen. Denn knapp 88 Prozent der Geldanlagen der Versicherungsunternehmen sind in entsprechend niedrig verzinsten Wertpapieren angelegt. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 06.01.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Kapitallebensversicherung, Private Rentenversicherung

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