Private Altersvorsorge für Frauen muss flexibel und sicherheitsorientiert sein

Frauen haben nach wie vor deutlich niedrigere Renten als Männer im Alter zu erwarten. Das liegt vor allem daran, dass sie sich immer noch zu sehr auf den Ehemann als Ernährer verlassen und durch Zeiten von Kindererziehung und Pflege von Angehörigen Lücken in ihren Erwerbsbiografien haben. Dazu kommt ein meist niedrigeres Einkommen. Angebote für eine private Altersvorsorge müssen auf ihre Lebenssituation und ihre Bedürfnisse zugeschnitten sein.

Obwohl Männer und Frauen rechtlich längst gleichgestellt sind, existieren bei der Lebensplanung immer noch große Unterschiede, die sich dann eines Tages in sehr ungleichen Renten ausdrücken, auch wenn es dabei Differenzen zwischen alten und neuen Bundesländern gibt. Wie Oskar H. Metzger in einem Beitrag in der Zeitschrift "Versicherungsmagazin" (Heft 2/2011, S. 24 - 26) aufzeigt, liegt das vor allem daran, dass viele Frauen trotz hoher Scheidungsraten nach wie vor davon ausgehen, dass eine Ehe eine lebenslange Versorgungsgemeinschaft sei und sie sich um ihre eigene Altersversorgung nicht mehr kümmern müssen, wenn sie wegen der Kindererziehung ihren Beruf ganz oder teilweise aufgeben und zu Hause bleiben. Für den Ehemann als Ernährer der Familie werden eine Risikolebensversicherung und eine betriebliche Altersversorgung abgeschlossen - die Altersvorsorgeverträge der Ehefrau werden stillgelegt, wenn sie in Elternzeit geht und für den Fall ihres Todes wird finanziell in den meisten Fällen nicht vorgesorgt.

Eine Erwerbsbiografie mit großen Lücken wegen der Kindererziehungszeiten und erschwerter Möglichkeiten, danach in den Beruf zurückzukehren, sowie der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger und die ohnehin oft geringere Vergütung von Frauen führen zu niedrigeren Leistungen der gesetzlichen Rente und einer eventuell vorhandenen Betriebsrente. Den späteren Vorsorgelücken sollte deshalb möglichst frühzeitig entgegengewirkt werden, indem das Problembewusstsein geweckt wird.

Bisher sorgen 58 Prozent der Frauen in Deutschland privat für das Alter vor, gegenüber 71,6 Prozent der Männer. Um hier eine annähernde Parität beider Geschlechter zu erzielen, muss das Angebot für Frauen zum einen sehr flexibel, zum anderen sehr sicherheitsorientiert sein und die Möglichkeit bieten, auch mit kleinen Beträgen vorzusorgen. Wichtig ist es den meisten Frauen, dass bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung große Verluste vermieden werden können. Daneben ist es sinnvoll, Frauen einen Vertrag zu empfehlen, der eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung enthält, sodass sich die Leistungen eventuell einkommens- und bedarfsgerecht aufstocken lassen. [Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH]

Autor: LexisNexis | 10.02.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Altersvorsorge

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