Ohne Ratings geht es nicht
Trotz aller Kritik an ihrer großen Macht und an Fehlurteilen im Zusammenhang mit der Finanzkrise bleiben die Ratingagenturen eine wichtige Orientierungshilfe, insbesondere im unübersichtlichen Markt der Fondsangebote. Da die Ratings der einzelnen Agenturen nicht standardisiert sind, sollte vor der Auswahl einer Ratingagentur beachtet werden, welche Kriterien sie anwendet. Diese umfassen sowohl harte als auch weiche Faktoren.
In der Lebensversicherung nehmen die Produkte, die auf Fonds basieren, mittlerweile eine wichtige Rolle ein. Für den Kunden bedeutet das, dass es für ihn schwierig ist, die Qualität und den möglichen Ertrag eines Angebots nachzuprüfen. Immerhin gibt es allein in Deutschland rund 60.000 Fonds verschiedener Anbieter. Gleichzeitig hat die Finanzkrise zu Verunsicherung und zu erhöhtem Informationsbedarf bei den Verbrauchern geführt. Deshalb sind die oft kritisierten Ratingagenturen nach wie vor eine wichtige Orientierungshilfe. In einem Beitrag im "Versicherungsmagazin" (Heft 3/2011, S. 50 - 52) erläutert Thomas Bahr, der Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Leben, die Bedeutung, die Ratings generell und für sein Unternehmen haben.
Im Gegensatz zu einem Ranking geben Ratings keine Wertungen ab, welche gerateten Produkte oder Firmen besser oder schlechter sind als die Konkurrenz, es geht dabei nur um die individuelle Beurteilung. Ein Ranking ergibt sich aber natürlich aus dem Vergleich der Bewertungen. Grundsätzlich werden dabei sowohl harte als auch weiche Faktoren bewertet. Zu den harten Faktoren zählen bei Fonds das Fondsvermögen, die kurz-, mittel- und langfristige Volatilität und Performance. Auch die Portfolio-Struktur wird dabei analysiert. Zu den weichen Faktoren zählen die Erfahrung, das Image und die Bekanntheit des Fondsmanagements sowie die Größe und Marktstellung der Fondsgesellschaft, wobei die Ratingagentur sich hier um größtmögliche Objektivität bemüht. Das Gesamtergebnis ist für Unternehmen, die Fondsprodukte anbieten, eine wichtige Hilfe bei der Auswahl der Fonds.
Da es bei der Arbeit der Ratingagenturen keine Standardisierung gibt, muss vor der Auswahl der Agentur geprüft werden, welche Kriterien wichtig sind und in die Beurteilung einfließen sollen. Allerdings muss auch beachtet werden, dass Ratings nur die Vergangenheit bewerten und keine Prognose über die zukünftige Entwicklung abgeben. Ein Rating hilft aber nicht nur dem Versicherungsunternehmen bei der Auswahl der Fonds, die es in sein Angebot aufnimmt, sondern auch dem Vermittler bei der Beratung. Für den Kunden kann es eine Orientierungshilfe beim Vergleich der Produktangebote sein. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]
Autor: Wolters Kluwer | 17.03.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Finanzen

