Biometrische Produkte rücken in den Vordergrund
Berufsunfähigkeit, Todesfallabsicherung oder Pflegeversicherung - neun von zehn Assekuranzen rechnen in diesen Sparten mit deutlichen Absatzsteigerungen. Biometrische Produkte und die Absicherung ihrer Risiken rücken somit in den Fokus des Interesses. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Beratungsunternehmens Towers Watson.
Mehr als 90% der Versicherer rechnen in Zukunft mit einer klaren Absatzsteigerung im Bereich der biometrischen Produkte und planen in diesem Bereich neben Weiterentwicklungen bestehender auch die Einführung neuer Produkte. Biometrische Produkte stehen für die Absicherung von Lebensrisiken wie Berufsunfähigkeit, Krankheit oder Pflege. Es sind also keine reinen Sparprodukte.
Besonders hohe Zuwächse sehen die Assekuranzen der Umfrage von Towers Watson zufolge im Bereich der Pflegeversicherung, der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung sowie bei Produkten für spezielle Berufsgruppen oder bestimmte Lebensphasen. Neuerungen soll es dabei sowohl bei der Ausdifferenzierung der Kundengruppen und Vertriebswege als auch bei der Produktkomplexität geben. Eine Möglichkeit wäre hier die Kombination von einer biometrischen Deckung im Zusammenhang mit einer fondsgebundenen Versicherung. Eine besondere Bedeutung kommt dabei auch der Flexibilität in Form von Zusatzbausteinen sowie der Einschränkung bis hin zum Verzicht der Risikoprüfung zu.
Kurzfristig ist für 63 % der befragten Versicherer die Einführung von Innovationen und somit die Erweiterung des Produktportfolios einer der wichtigsten Faktoren zur Verbesserung der Position im Wettbewerb. Doch auch die Standardisierung und Verschlankung der Prozesse sowie Investitionen in bestehende Vertriebswege sollen die Wettbewerbsposition steigern. Langfristig gesehen stehen hingegen eine Steigerung der Effizienz und Produktivität im Vordergrund.
Aufgrund der erwarteten Steigerung der Geschwindigkeit der Produktzyklen werden die Produkteinführungen und die Automatisierung der Prozesse eine nicht zu unterschätzende Herausforderung darstellen. Hohe Chancen sehen die Versicherer dabei zufolge im Bereich der Rentenauszahlungsphase. Eine Möglichkeit wären hier erhöhte Rentenzahlungen bei schwerer Krankheit.
Die Produktinnovationen und die zunehmende Geschwindigkeit im Bereich der Produkteinführungen erhöhen nicht nur die Anforderungen an die Erstversicherer, sondern auch die der Erstversicherer an die Rückversicherer. 65 % haben hier eine eindeutige Fokussierung auf das Leben-Geschäft als wichtiges bis sehr wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Rückversicherers angegeben. So dürften bei den komplexen biometrischen Risikoprodukten spezialisierte Lebensrückversicherer von den aktuellen Marktentwicklungen profitieren. Und auch bei der Entwicklung neuer Produkte spielen sie eine wichtige Rolle. Schließlich informieren sie über Produkttrends, helfen bei der Entwicklung neuer Produkte und unterstützen die Assekuranzen bei der Risikoannahme und Leistungsprüfung. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]
Autor: Wolters Kluwer | 05.04.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Aktuell Versicherungen

