Versicherungen: Kurzfristig keine Preiserhöhungen für Unternehmen
Prämienerhöhungen beschränken sich für Unternehmen trotz Rekordverluste der Versicherer durch Naturkatastrophen im ersten Quartal bisher auf die von Schäden betroffenen Risiken.
Wie der weltweit tätige Industrieversicherungsmakler Marsh in einer Presseerklärung vom 11. Mai 2011 mitteilt, beschränken sich Prämienerhöhungen für Unternehmen trotz Rekordverluste der Versicherer durch Naturkatastrophen im ersten Quartal bisher auf die von Schäden betroffenen Risiken. Marsh verweist hier auf sein aktuelles Spring 2011 Insurance Market Update.
In den nicht von Katastrophen betroffenen Regionen bzw. Sparten gab es im ersten Quartal nur geringe Veränderungen bei den Versicherungsmarktkonditionen. Auch weiterhin gibt es in den Versicherungsmärkten mehr als ausreichende Kapazitäten, vor allem, um Neugeschäfte zu zeichnen. Selbst bei Sachversicherungen konnten im ersten Quartal noch Prämiensenkungen erzielt werden, wenngleich auch schwerer. Unternehmen, die in Regionen vertreten sind, die von den jüngsten Katastrophen betroffen waren, werden jedoch in den nächsten Renewals mit Erhöhungen rechnen müssen.
Dazu gehört vor allem Australien, das Anfang des Jahres mit einer Flutkatastrophe zu kämpfen hatte. Aber auch Neuseeland mit dem Christchurch-Beben, Japan mit dem Erdbeben und daraus entstandenen Tsunami sowie die von einer Tornadoserie betroffenen USA.
Obwohl es keinen sofortigen drastischen Marktumschwung gegeben hat, stehen viele Versicherer und Rückversicherer durch die Verluste im ersten Quartal bereits substanziell unter Druck. Marsh rechnet im Versicherungsmarkt-Update mit Folgen für die Rückversicherungsprämien, sollten noch zusätzliche Katastrophenschäden auftreten.
Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen notiert das aktuelle Insurance Market Update eine steigende Tendenz der Versicherer, auf umfangreiche Informationen zu den Risiken zu bestehen, mit deren Hilfe verlässlichere Vorhersagen modelliert werden können. Beispielsweise erwarten Versicherer von ihren Kunden, ihre Betriebsunterbrechungsrisiken vollständig transparent zu machen. Viele Versicherer drängen auch auf reduzierte Entschädigungsgrenzen und erhöhte Selbstbehalte, sowohl für Betriebsunterbrechungs- als auch für Katastrophenrisiken. In vielen Unternehmen führen die Verwerfungen in den globalen Lieferketten, die durch Erdbeben, Tsunami und dem nuklearen Unfall in Japan entstanden sind, zu einer Neubewertung ihrer Verwundbarkeit gegenüber solchen Ereignissen und der Effektivität ihrer Risikomanagementprogramme. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]
Autor: Wolters Kluwer | 25.05.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Aktuell Versicherungen

