PKV-Ombudsmann legt Tätigkeitsbericht 2010 vor
Die Zahl der schriftlichen Eingaben beim PKV-Ombudsmann ist 2010 um 19 % auf 5.964 gestiegen. Dies geht aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht des Schlichters Dr. Helmut Müller, der nach drei Jahren Ombudsmann-Tätigkeit zum Jahreswechsel seine Arbeit beendet hat, hervor. Sein Nachfolger ist seit 1. Januar 2011 Dr. Klaus Schröder, vormals Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium.
Unzufriedene Kunden waren auch 2010 nur in beschränktem Maße erfolgreich mit ihren Beschwerden: Nur in 28 der erledigten Fälle war den PKV-Kunden ganz oder teilweise Erfolg beschieden (2009: 25,1 ), während es 2005 eine Erfolgsquote von 41,7 gab. Die schriftlichen Beschwerden - 4.935 waren zulässig - betrafen ganz überwiegend die Krankheitskosten-Vollversicherung (82 ), gefolgt von Krankenhaustagegeld- und anderen Zusatzversicherungen (12 ) sowie Krankentagegeld-Policen (5 ).
Gemäß dem Bericht des Ombudsmanns nahm der Streit zum Themenkomplex "Rücktritt, Kündigung, Beendigung" gegenüber dem Vorjahr merklich zu. Der Streit um die Behandlungskosten bietet aber das größte Streitpotenzial. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die veralteten Gebührenordnungen der Ärzte (GOÄ) und Zahnärzte (GOZ) den medizinischen Fortschritt nicht adäquat berücksichtigen. Daraus resultierten nicht selten unterschiedliche Auffassungen über den Umfang der Kostenerstattung.
Seit 22. Mai 2007 ist der PKV-Ombudsmann auch Schlichtungsstelle für Streitigkeiten zwischen Kunden und PKV-Vermittlern. Für 2010 wurden dazu keine Zahlen veröffentlicht. Im Jahr 2009 hatte es nur 122 Kundenbeschwerden gegen Vermittler gegeben - das sind gerade einmal 2,4 % aller Beschwerden über die PKV. Bezogen auf die insgesamt beim DIHK registrierten Vermittler betrug die Beschwerdequote seinerzeit nur 0,47 Promille. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]
Autor: Wolters Kluwer | 01.06.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Krankenversicherung

