Private Krankenversicherung: Jahreshauptversammlung der PKV

Alle Jahre wieder trifft sich der PKV-Verband zur Jahresversammlung. Neben den Wahlen des Vorsitzenden und des Vorstandes stehen dabei auch immer aktuelle Themen auf der Tagesordnung. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt beim Thema Pflege, mit dem Ziel, auf den politischen Handlungsdruck hinzuweisen.

Schwerpunkt der Jahrestagung des PKV-Verbandes war in diesem Jahr das Thema Pflege. Denn aufgrund des demografischen Wandels ist eine zusätzliche Vorsorge im Alter unabdingbar. So ist aktuell ca. jeder Dritte über 80 Jahre ein Pflegefall. Reinhold Schulte, erneut zum Vorsitzenden des PKV-Verbandes gewählt, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es noch früh genug ist um in die ergänzende Kapitaldeckung einzusteigen.

In den Jahren 2050 bis 2060 wird der Höhepunkt des demografischen Problems im Bereich der Pflege erwartet. Zeit genug, um durchaus überschaubare Beiträge mittels einer Kapitaldeckung aufzubauen, wie bereits Union und FDP in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart hatten. Ein weiteres Zögern seitens der Politiker würde höhere Kosten für die Verbraucher bedeuten.

Das neue Element der Kapitaldeckung kann jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn der Kapitalstock sowohl außerhalb des staatlichen Einflusses als auch außerhalb der gesetzlichen Krankenkassen angelegt wird. Dadurch soll verhindert werden, dass die Politik diese Geldreserven für aktuelle Ziele in anderen Bereichen verwenden kann.

Insgesamt wird die Pflege ein immer wichtigerer Faktor des Sozialsystems. Gerade vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung ist ein Dreiklang aus Finanzierungssicherung, Qualitätssicherung und -entwicklung zur Sicherung der Lebensqualität von großer Bedeutung. Mit ihren 25 Jahren Erfahrung in der Kalkulation von Pflegezusatzversicherungen ist die private Krankenversicherung nach Meinung Schultes bestens für die Leitung des Aufbaus eines kapitalgedeckten Elementes geeignet.

Deutlich wird dies vor allem daran, dass im Jahr 1995 sowohl die gesetzliche als auch die private Pflegeversicherung auf demselben Niveau gestartet sind. Während die gesetzliche Pflegepflichtversicherung ihre Reserven meist nahezu aufgebraucht haben wird, verfügt die private Pflegeversicherung mittlerweile über Alterungsrückstellungen in Höhe von rund 21 Mrd. EUR.

Weitere Themen der Jahresversammlung waren aktuelle Fragen der Gesundheitspolitik. Hier weist Schulte darauf hin, dass neben richtigen Schritten wie der Abschaffung der 3-Jahres-Wartefrist auch einige Fehler begangen wurden. So stellt der aktuelle Entwurf des Versorgungsgesetzes Krankenkassen als privilegierte öffentlich-rechtliche Körperschaften dar, die in einen funktionierenden privatwirtschaftlichen Markt eindringen. Vor allem im Bereich der Zahnbehandlung wird dieser Aspekt deutlich, da die Satzungsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen so ausgeweitet werden sollen, dass sie Leistungen anbieten können, die viele Versicherte bereits in individuell angepassten PKV-Ergänzungstarifen abgesichert haben. Schulte fordert daher eine klare Abgrenzung in diesem Bereich. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]

Autor: Wolters Kluwer | 22.06.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Private Krankenversicherung

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