Minijobrente startet zögerlich
Obwohl sowohl die Idee als auch das Konzept einiges an Potenzial bieten, konnte die Minijobrente bisher keine einschlägigen Erfolge verbuchen. Dabei wurde der "Verein Minijobrente" bei der Einführung vor zwei Jahren bereits mit Lob überhäuft. Schließlich werden mit diesem Produkt erstmals Kunden angesprochen, die, obwohl sie aufgrund ihres geringen Einkommens von Altersarmut bedroht sind, von normalen Vorsorgeprodukten kaum erfasst werden.
Wie ein aktueller Artikel im Fachmagazin Versicherungsvertrieb, Heft 4/2011 berichtet, arbeiten sieben Millionen Bundesbürger in sogenannten 400-EUR-Jobs, wovon rund drei Millionen potenzielle Kunden der neuen Altersvorsorge sind. Viele Minijobber haben nicht genug Geld für eine betriebliche Altersversorgung. Die Minijobrente hingegen bietet die Möglichkeit, die Arbeitszeit zu verlängern und den dadurch entstehenden Mehrverdienst in die spezielle betriebliche Altersversorgung (bAV) zu investieren. Der Status als Minijobber würde in solchen Fällen bestehen bleiben, sodass das Einkommen aus Sicht der Arbeitnehmer auch weiterhin steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt. Zielgruppe sind vor allem Personen, die auf längere Zeit in Minijobs beschäftigt sind. Hierbei handelt es sich u.a. um Angestellte von Steuerberatern, Schreibbüros, Freiberufler, kleingliedrigen Handwerkern oder auch Lebensmittelhändlern. Seit dem Beginn im April 2008 sind der Versorgungseinrichtung für Beschäftigte mit geringem Einkommen e.V. rund 6.000 hauptsächliche kleinere Arbeitgeber beigetreten. Dieser Verein vergibt offiziell die Lizenzen für das System, hat dabei jedoch keine eigenen Produkte.
Insgesamt sind erst rund 10.000 Verträge abgeschlossen worden. Diese Zahl liegt laut Minijobrenten-Gründer Wolfgang Sachse jedoch weit hinter den Erwartungen. Auch wenn die häufig schwankenden Arbeitszeiten einen Zeitausgleich kompliziert machen, wurde vor allem von den Lebensmittelketten ein größerer Zuspruch erwartet.
Die Modelle bieten sogar die Möglichkeit, das Kapital im Falle eines höher bezahlten Jobs, mitzunehmen. Aus Sicht einiger Assekuranzen ist das Potenzial gegeben, bislang besteht eine größere Nachfrage jedoch lediglich bei kleinen Unternehmen mit Ehegatten-Arbeitsverhältnissen. Ein Bereich, in dem die Bedeutung der Minijobber in Zukunft steigen wird, stellen aufgrund des Wegfalls des Zivildienstes soziale und karitative Dienste dar. Doch für viele Minijobber scheint die Aussicht auf eine Grundversicherung ausreichend zu sein, so der Artikel weiter. Das Modell der Minijobrente bietet jedoch nicht nur für die Minijobber gute Möglichkeiten, auch aus Sicht der Vermittler handelt es sich dabei aufgrund der Provisionen um ein gutes Geschäft. Insgesamt wird deutlich, dass ein kontinuierlicher Anstieg verzeichnet werden kann, auch wenn einige Startschwierigkeiten vorhanden waren. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]
Autor: Wolters Kluwer | 08.08.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Betriebliche Altersversorgung

