Investmentfonds: Small is not beautiful

Anleger sind es normalerweise nicht gewohnt auf das Volumen des von ihnen gewählten Fonds zu achten. Das sollten sie jedoch tun, denn niedrige Volumina können Performancechancen zunichtemachen.

Eine Recherche der Deutsche Finanz Recherche GmbH in Freiburg hat ergeben, dass von den aktuell rund 26.000 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Investmentfonds 550 Fonds ein Volumen von unter 5 Mio. EUR aufweisen. Wer sein Geld in solche Fonds angelegt hat, bezahlt häufig deutlich mehr fondsinterne Kosten als derjenige, der in Fonds mit Volumina von mindestens 15 bis 20 Mio. EUR investiert. Insbesondere bei den sog. Partnerfonds, also Fonds die z.B. von Vermögensverwaltern bei Kapitalanlagegesellschaften aufgelegt wurden, bestehen in der Regel zwischen KAG und Fondsmanager Vereinbarungen, wonach volumensabhängige Gebühren erst ab einem Volumen von z.B. 10, 15 oder 20 Mio. EUR einsetzen. Bei geringeren Volumina fällt in solchen Fällen eine Kostenpauschale an, die das Fondsvermögen prozentual höher belastet. Ergebnis: Je niedriger das Volumen, umso höher die Kostenbelastung.

Anleger erhalten selten eine Chance vollständigen Einblick in die Belastung des Fonds durch interne Gebühren zu erhalten. Einen Hinweis liefert die sog. TER (Total Expense Ratio), weitgehend identisch mit den "laufenden Kosten" wie sie seit 1. Juli auf dem "Beipackzettel" zu Investmentfonds angegeben werden müssen. Nachteil: Die "laufenden Kosten" werden auf der Basis von Vergangenheitswerten ermittelt. Wenn der Fonds kurzfristig Volumen verloren hat, dann kann das in den "laufenden Kosten" noch nicht enthalten sein.

Das Thema Kostenbelastung durch niedrige Fondsvolumen hat natürlich in der aktuellen Phase, in der viele Anleger aus Fonds aussteigen und aufgrund der krisenhaften Entwicklungen an den Finanzmärkten besonderes Gewicht. Geringe Fondsvolumen bergen natürlich auch immer die Gefahr mangelnder Diversifikation und damit erhöhter Risiken der betreffenden Fonds. Bei Dachfonds kommt hinzu, dass wegen der geforderten Mindestanlagen institutionelle Fondsanlageklassen nicht angewählt werden können - ein weiterer Kostennachteil für die Anleger. Fonds mit geringem Volumen werden häufig mit anderen Fonds zusammengelegt, was in der Regel mit zusätzlichen Kosten für das Fondsvermögen verbunden ist. Berater und Anleger können sich Informationen über das Volumen der betreffenden Fonds im Internet auf verschiedenen Plattformen besorgen. Beispiele: maxblue Deutsche Bank (www.maxblue.de), Onvista (www.onvista.de) und www.finanzen.net. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]

Autor: Wolters Kluwer | 05.10.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Finanzen

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