Offene Immobilienfonds: AXA Immoselect nun auch in Liquidation
Für die vielen tausend Anleger, die seit fast zwei Jahren mit ihren insgesamt 2,5 Mrd. EUR Anlegergeld in diesem Fonds feststecken, ist es keine gute Nachricht: Der Fonds wird nun - wie an dieser Stelle mehrfach prognostiziert - nun doch liquidiert.
Innerhalb von drei Jahren sollen nun die Immobilien verkauft und die Anleger in Raten den Gegenwert ausbezahlt erhalten. Der Grund für die Liquidation liegt in der mangelnden Liquidität (knapp 10 Prozent) des Fonds, die offensichtlich nun nicht ausreichte, um die vielen Rückgabewünsche der Zeichner zu befriedigen. Die Zweijahresfrist, nach der dieser Fonds entweder wiedereröffnet oder liquidiert werden sollte, läuft zwar erst im nächsten Monat ab. Das Fondsmanagement sah aber offenbar keine Chance einer Besserung bis zu diesem Zeitpunkt. Am 20. Oktober, einen Tag nach der Bekanntgabe der Liquidation, wurde ein Rücknahmepreis pro Anteil in Höhe von 51,58 EUR ( - 7,5 %Prozent in den vorausgehenden 12 Monaten) festgestellt und ein Börsenkurs an der Börse Hamburg in Höhe von 30,19 EUR, also rund 41 Prozent weniger.
Was die Anleger an Liquidationserlös zu erwarten haben, ist natürlich schwer zu sagen. In den letzten Monaten berichtete die Gesellschaft regelmäßig von Abwertungen ihrer Fondsimmobilien durch die Gutachter. Der Verkauf dürfte nicht ganz einfach sein, denn natürlich kennt man am Markt die Immobilien der Gesellschaft und deren Vorgeschichte und wird deshalb versuchen, die Preise zu drücken.
Wie geht es mit den Offenen Immobilienfonds weiter?
Das "Handelsblatt" berichtet in seiner Ausgabe vom 20.10.2011, dass "Branchenkreise" auch bei dem zweiten, im November zur Öffnung oder Liquidation anstehenden Offenen Immobilienfonds, dem DEGI Europa, in der kommenden Woche mit einer vorgezogenen Entscheidung rechnen. Dabei stehen die Chancen auf eine Wiedereröffnung eher schlecht. Bei der CS Euroreal und der SEB Immoinvest, die im Mai nächsten Jahres "Termin" haben, arbeitet man an der Wiedereröffnung, eventuell noch in diesem Jahr. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]
Autor: Wolters Kluwer | 24.10.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Finanzen

