Potenzial der betrieblichen Altersversorgung wird nicht ausgeschöpft
Viele Unternehmen in Deutschland bieten ihren Arbeitnehmern die Möglichkeit einer betrieblichen Altersversorgung. Dabei ist die bAV nicht nur als effizientes personalpolitisches Instrument zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern zu sehen. Durch Zeitwertkonten haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich auch über das gesetzliche Rentenalter hinaus im Unternehmen halten zu lassen. Dennoch hat diese Form des Sparens noch nicht alle Arbeitnehmer erreicht.
Ein aktuelles Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung hebt die 2002 eingeführte Entgeltumwandlung positiv hervor. Die Entgeltumwandlung gesteht dem Arbeitnehmer das Recht auf eine beitragsorientierte und steuerlich geförderte Betriebsrente zu. Mehr als 200.000 Unternehmen bieten ihren Arbeitnehmern mittlerweile eine entsprechende Altersversorgung anbieten. Doch viele Arbeitnehmer, so Aba-Vorsitzender Heribert Karch, beteiligen sich bislang nicht. Nur etwas mehr als jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland besitzt eine bAV. Und auch viele Unternehmen scheinen den Wert und die Wirkung einer betrieblichen Altersversorgung zu unterschätzen. Dabei bietet die bAV auch aus personalpolitischer Sicht viele Möglichkeiten zur Mitarbeitergewinnung und -bindung.
Vor allem im Hinblick auf den demografischen Wandel und den daraus resultierenden Mangel an Nachwuchskräften kann das Angebot an bAV von Arbeitgebern dafür genutzt werden, Mitarbeiter über das gesetzliche Rentenalter hinaus an das Unternehmen binden. Dieses Potenzial wird jedoch bislang nicht ausgeschöpft. Doch auch auf der Anbieterseite scheint noch Nachholbedarf zu sein. So gibt es bislang nur wenige Anbieter von ansprechenden bAV-Lösungen. Dass bei der Entgeltumwandlung noch längst nicht das Ende der Nachfrage erreicht ist, zeigen die folgenden Zahlen: Nur rund 5 Mio. Arbeitnehmer und somit lediglich 20 % aller Berechtigten haben sich bislang für dieses Konzept entschieden. Auf Anbieterseite liegen dabei Banken mit 61 Prozent vorne, gefolgt von Leiharbeitsfirmen mit 2 Prozent. Durchschnittlich können hierdurch 1.236 EUR pro Jahr gespart werden. Um die Verbreitung der bAV erhöhen zu können, fordert die Aba eine deutlichere steuerliche Förderung von entsprechenden Betriebsrenten. Konkrete Zahlen wurden in diesem Zusammenhang jedoch nicht genannt. Bislang kann ein Arbeitnehmer durch die Entgeltumwandlung bis zu 4 Prozent seines Gehaltes in die bAV einzahlen - und zwar steuerfrei. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]
Autor: Wolters Kluwer | 31.10.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Betriebliche Altersversorgung

