Clerical Medical: Hoffnung auf Schadenersatz für deutsche Kunden

Die britische Lloyds Bank, Muttergesellschaft des Versicherers Clerical Medical, hat laut Financial Times Deutschland (vom 15.11.) über 204 Mio. EUR zurückgestellt um eventuelle Vermögensverluste bei deutschen Kunden auszugleichen.

In den 90er Jahren wurden die britischen Lebensversicherer für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften zu einer ernsten Konkurrenz. Allen voran von Clerical Medical wurde mit Performancewerten geworben, die weit über dem lagen, was für deutsche Lebensversicherungen erreichbar war. Das führte dann u.a. auch zu Hebelprodukten, indem die britischen Lebensversicherungen mit Krediten "aufgepumpt" wurden. Es kam wie es die seinerzeit ungern gehörten Kritiker erwarteten: Die Renditen waren dann doch eher bescheiden und viele Verträge platzten. Viele Anleger verloren ihr ganzes Geld oder zumindest große Teile davon. Der Angriff der Engländer war damals deshalb erfolgreich, weil er die Branche unerwartet traf und weil sie vom guten Ruf der deutschen Lebensversicherungen bei den Anlegern profitieren konnten. Sicher ist es aber noch nicht, dass die Anlegerschäden ausgeglichen werden. Es gibt zwar, so wird berichtet, eine Reihe von Entscheidungen einiger Oberlandesgerichte, eine höchstrichterliche fehlt aber bis dato. [Quelle: Wolters Kluwer Deutschland Information Services GmbH]

Autor: Wolters Kluwer | 05.12.2011 | 0 Kommentare | Rubrik: Versicherungsrecht

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