Variable Annuities sind die neuen Hoffnungsträger der Lebensversicherung. Sie verknüpfen die Chancen der Kapitalmärkte mit garantierten lebenslangen Leistungen. Doch die Assekuranzen in Deutschland, die Variable Annuities anbieten, konnten bislang nur niedrige Wachstumsraten vorweisen und stellen damit im internationalen Vergleich eine Ausnahme dar.
Von den Auswirkungen der Finanzkrise sind auch fondsgebundene Versicherungsprodukte nicht vollständig verschont geblieben. Dennoch stehen sie im Vergleich zu anderen Produkten noch recht gut da. Das ist ein wesentliches Ergebnis der Marktanalyse "FLV-Update 2008" der Unternehmensberatung Towers Perrin.
Geplante neue Steuervorgaben sorgen auf dem Lebensversicherungs-Markt für Unruhe. Das Bundesfinanzministerium will Kapitallebensversicherungen als Altersvorsorgemaßnahme schützen und gleichzeitig die derzeit legale Umgehung der Abgeltungsteuer verhindern. Das berichtet das Versicherungsmagazin in seiner aktuellen Ausgabe (Heft 2/2009, S. 24 - 26) in einem Beitrag von Detlef Pohl.
Fondsgebundene Lebensversicherungen stellen eine besondere Form der Kapitalanlage dar. Im Gegensatz zu klassischen Lebensversicherungen fließen bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung die Spargelder komplett in einen oder in mehrere Investmentfonds. Auch hat die Versicherungsgesellschaft keinen Einfluss auf die Kapitalanlage. Die klassische Lebensversicherung hingegen kauft Immobilien und Aktienpakete, bilanzieren diese zum Niedrigstwertprinzip, so dass ein Großteil der Kundengelder in die stillen Reserven des Versicherungsunternehmens läuft, anstatt an die Kunden ausgeschüttet zu werden. Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung hingegen kombiniert der Anleger die Chancen auf dem Kapitalmarkt verbunden mit dem von ihm bestimmten Versicherungsschutz.
Die Kombination aus Lebensversicherung und Investmentfonds stellt bei Fondsgebundenen Lebensversicherungen natürlich auch entsprechende Vor- und Nachteile dar. Zwar greifen immer mehr Verbraucher auf diese bewährte Kapitalanlage zurück, andererseits ist der Marktanteil in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern eher gering. Auch die Banken halten sich mit diesen Fondsprodukten bedeckt, da sie die eingenommenen Gelder sofort wieder an die Investmentfonds weiterleiten müssen. Daher werden eher klassische Lebensversicherungen angeboten, weil hier einfach der Verdienst der Kreditinstitute höher ist. Eines aber haben beide Produkte gemeinsam: Der monatlich aufgewendete Beitrag fließt zum einen in die Verwaltung, wo er die Verwaltungskosten und die Vermittlerhonorare deckt. Der andere Teil dient allein der Risikoabsicherung der Hinterbliebenen. Der Hauptanteil fließt in den Spartopf.
Die fondsgebundene Lebensversicherung bietet erheblich mehr Vorteile als die fondsgebundene Rentenversicherung und eignet sich besonders für Singles, da auf den Todesfallschutz verzichtet wird. Da Fondspolicen nicht so strenge Anlagevorschriften befolgen müssen, kann der Investor auch mit einer deutlich höheren Rendite rechnen. Grundsätzlich steht bei der fondsgebundenen Lebensversicherung die Erlebnisfallleistung im Vordergrund. Bei Ablauf der Versicherung kann zwischen Auszahlung des Kapitalanteils oder Rentenleistung gewählt werden. Kommt es innerhalb der Vertragslaufzeit zum Todesfall des Versicherungsnehmers, werden die bis dahin gezahlten Beiträge zurück erstattet, und zwar unabhängig von der Höhe des Anteilsguthabens. Wird der Vertrag vorzeitig gekündigt, erhält der Versicherungsnehmer den Rückkaufswert aus dem Fondsguthaben.