Einige Wichtigkeiten dürfen nicht unterschätzt werden

Auch Anlagen in ETF Exchange-traded-Funds stellen Investoren vor die Frage, ob diese ein mögliches Ausfallrisiko eingehen können. Um diese Frage zu beantworten, muss zwischen zwei Arten von ETF Exchange-traded-Funds unterschieden werden:

  • Full Replication ETF
  • Swap-ETF.

Bei einer Investition in Full Replication ETFs kauft der Anleger Basiswerte (bspw. Aktien eines Index), um eine 100prozentige Fondsübereinstimmung mit dem Index zu erreichen. Auf Grund der Zusammensetzung erfahren Full Replication ETFs kein Ausfallrisiko. Dies ist bei ETF Exchange-traded-Funds, die ihre Bestände ausschließlich durch Swaps gegen Kurs- und Währungsverluste absichern. Kommt es hier zu einem Totalverlust in einem bestimmten Bereich, muss der Investor den Verlust des gesamten Investments hinnehmen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass der Emittent der Derivate in die Insolvenz geht, auch hier hätte der Anleger den Ausfall seines Investments hinzunehmen. Auch wenn dies in der Praxis eher unwahrscheinlich ist, sollten entsprechende Überlegungen bezüglich dieser Differenzierungen erfolgen.

Anleger sollten bei einem Investment in ETF Exchange-traded-Funds auch auf die verschiedenen Methoden und Erträge achten. Anzuführen sind hier zum einen die Methode der sog. Index-Replikation sowie die Erträge aus dem Ausleihgeschäft von Wertpapieren. Letzteres wird auch als Securities Lending bezeichnet. Diese Beachtung ist umso wichtiger, wenn sich ETF Exchange-traded-Funds der Möglichkeit bedienen, ihre Indizes alleine über den Einsatz von Swap-Geschäften abzubilden. Ist dies der Fall, handelt es sich nicht mehr um reine, sondern vielmehr um Swap-basierte ETF Exchange-traded-Funds mit dem erhöhten Risiko des Gegenparteirisikos. Zwar ist bei einer solchen Swap-basierten Zusammensetzung das durchschnittliche Swap-Exposure auf maximal 10 Prozent des Netto-Fondsvermögens begrenzt. In der Praxis liegt dieser Wert allerdings nur zwischen 1 und 3 Prozent.

Investoren, die ihre Erträge hingegen aus Securities Lendings erzielen, haben den Vorteil, dass mit der Senkung der Nettokosten auch die Gebühren entsprechend kompensiert werden – wenn auch in einigen Fällen nur teilweise. Niedrige Gebühren können auf diese Weise in einen Zusatzertrag umgewandelt werden. Allerdings sollte diese Kostengünstigkeit in keinem Falle unterschätzt werden. Vielmehr sind noch diverse Komponenten durch den Investor zu berücksichtigen, die entsprechend die Nettokosten beeinflussen (können). ETF Exchange-traded-Funds sind zwar „simple“ Produkte, vor unangenehmen Überraschungen kann sich allerdings nur derjenige Anleger schützen, der die Produkte auch entsprechende studiert.

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